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Hitzewellen, Schweißausbrüche und Schlafstörungen

Krankheiten in den Wechseljahren

Hormonelle Umstellungen können Autoimmunerkrankung auslösen. Bei Wechseljahresbeschwerden denken die meisten Frauen sofort an Hitzewellen, Schweißausbrüche und Schlafstörungen. Die wenigsten sind sich darüber im Klaren, dass durch die hormonelle Umstellung auch dauerhafte Erkrankungen auftreten können. So können bei Patientinnen mit einer entsprechenden genetischen Veranlagung beispielsweise chronische Schilddrüsenentzündungen wie Hashimoto Thyreoiditis ausgelöst oder verstärkt werden. Bei der Autoimmunerkrankung bilden sich Antikörper, die mit der Zeit das eigene Schilddrüsengewebe zerstören. Nikotinkonsum und auch ein Selenmangel können sich zusätzlich nachhaltig schädigend auf den Immunprozess auswirken.

Die Beschwerden bei einer Hashimoto Thyreoiditis können sehr individuell sein. Vielfach zeigen sich Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion wie Konzentrationsschwäche, Gewichtszunahme, Müdigkeit, Verstopfung oder depressive Verstimmung. Weitere Begleiterscheinungen können Trockenheit der Schleimhäute, Hautveränderungen sowie Gelenk- und Muskelschmerzen sein. Zur Behandlung von Hashimoto werden in der Regel Schilddrüsenhormone eingesetzt. In den Wechseljahren werden allerdings auch Nutzen und Risiken einer Einnahme von weiblichen Sexualhormonen erwogen.

Therapiebegleitend hat sich die Gabe von Selen bewährt. Wie klinische Studien der Universität München belegen, können täglich 200 Mikrogramm Selen in Form von Natriumselenit eine Verbesserung der Beschwerden bewirken. Während einer dreimonatigen Behandlungsdauer ging die Krankheitsaktivität um mehr als ein Drittel zurück - bei Patienten mit besonders hohen Antikörper-Ausgangswerten sogar um 40 Prozent. Dabei wirkt sich Selen in mehrfacher Hinsicht positiv aus: Es stärkt die Immunabwehr, reduziert Antikörper, senkt die Entzündungsaktivität, unterstützt antioxidative Schutzsysteme, aktiviert das Schilddrüsenhormon und erhält oder stärkt die Schilddrüsenfunktion.

(Quelle: djd/ pt; Foto: djd/ Cefasel)