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Dekubitus

Nicht jeder, der lange liegt, bekommt einen Dekubitus

Dekubitus leitet sich vom lateinischen Wort „decubitere“, sich niederlegen, ab und ist vor allem ein Problem von chronisch Bettlägerigen. Durch ständig gleiche Belastung von Körperbereichen kann eine offene Wunde entstehen, die bis zum Knochen reichen kann.

Auslösender Faktor ist vor allem der zu hohe Druck, der bei falscher Lagerung entstehen kann. Dieser Druck ist höher als der Blutdruck in den Gefäßen, die das Gewebe versorgen. So entsteht ein Sauerstoff- und Nährstoffmangel in den betroffenen Bereichen, und es kann zum Untergang der Haut und auch des darunter liegenden Gewebes kommen. Das Blut kann also nicht mehr richtig zirkulieren, und es entstehen, verschiedene Stadien durchlaufend, offene Wunden, auch Ulzera genannt.

Verlaufsstadien

Stadium 1: Am Anfang steht die Rötung der Haut, die auch nach Lagewechsel anhält, es kann auch schon eine Verhärtung oder Erwärmung der Haut beobachtet werden.

Stadium 2: Die Haut ist bereits geschädigt, Hautabschürfungen oder kleine Wunden sind entstanden.

Stadium 3: Die Haut ist zerstört, auch das Bindegewebe hat Schaden erlitten, die Wunde ist tief und offen, zum Teil kann man schon Muskel oder Knochen erkennen.

Stadium 4: Eine sehr tiefe Wunde hat sich gebildet, Muskel oder Knochen liegen frei.

Wichtig bei dieser Stadieneinteilung sind vor allem die Frühsymptome wie Rötung, Verhärtung und Erwärmung. Wenn man zu diesem Zeitpunkt eingreift, kann das Schlimmste verhindert werden. Vor allem sind Körperstellen betroffen, die viel belastet werden und an denen die Haut den Knochen direkt umgibt. Das sind z.B. Fersen, Zehen, Knöchel, Steißbein, Becken oder Schulterblatt.

Risikogruppen

Aber nicht jeder, der lange liegt, bekommt einen Dekubitus. Normalerweise gibt die Haut Warnsignale, zum Beispiel durch Schmerzen. Deswegen sind besonders Diabetiker oder Rückenmarksgeschädigte betroffen, die oft Probleme mit der Schmerzempfindung haben. So können wichtige Signale unentdeckt bleiben.

Deswegen muss besonders bei chronisch Kranken mit viel Vorsicht auf wunde, rote Stellen geachtet werden. Auch das Alter spielt eine Rolle. Ältere Menschen, die mehr als 65 Jahre alt sind, haben ein erhöhtes Risiko, einen Druckulcus zu bekommen.

Was kann getan werden?

Prophylaxe ist, wie immer, das Beste, was getan werden kann. Menschen, die Risikofaktoren haben, müssen richtig gelagert und oft nach wunden Stellen abgesucht werden.

Gerades Sitzen ist für gefährdete Hautstellen äußerst schädlich, da die Druckbelastung größer ist als im Liegen. Das stellt oft ein Problem dar, da das Sitzen oft die einzige „wache“ Position ist. Deswegen muss darauf geachtet werden, dass die betroffene Person nicht zu lange im Stuhl sitzt.

Was auf jeden Fall falsch ist, sind Rundkissen, irgendwelche Schaffelle, Kühlen mit Eis oder Trockenföhnen. Solche Maßnahmen führen nur zur weiteren Schädigung des Gewebes. Sinnvoll sind vor allem druckentlastende Matratzen und die professionelle Lagerung, die auch von Angehörigen erlernt werden kann. Eine Schulung im Umgang mit Bettlägerigen oder alten Menschen wird von der Krankenkasse unterstützt.

Für Hilfsmittel oder individuelle Tipps fragen Sie am besten den behandelnden Hausarzt!