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Rheuma

Volkskrankheit Rheuma

Rheuma ist eine der großen Volkskrankheiten in der westlichen Welt. Jeder zweite Erwachsene hat wenigstens einmal in seinem Leben rheumatische Beschwerden. Die Erkrankung verläuft nur in seltenen Fällen tödlich, verursacht bei den Betroffenen aber oft jahrelanges Leiden.

Zu den rheumatischen Erkrankungen werden unterschiedlichste Störungen von Stütz- und Bindegewebe des Bewegungsapparates gezählt, manchmal ist auch das Bindegewebe der inneren Organe beteiligt. Rheumatische Erkrankungen können zu Schmerzen, Bewegungseinschränkung oder Deformierungen von Gelenken und zu sichtbaren oder unsichtbaren, oft schwer beeinträchtigenden Veränderungen führen. Diese können auch langfristige, chronische Symptome mit sich führen.

Über 180 Formen

Es gibt über 180 Krankheitsgeschehen, die dem rheumatischen Formenkreis zugeordnet werden können. Dazu gehören entzündliche Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen, z.B. die chronische Polyarthritis, degenerative Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen (die so genannten Verschleißerscheinungen an Gelenken und Wirbelsäule), stoffwechselbedingte Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen, ernährungsbedingte Störungen wie z.B. Gicht und Störungen im Knochenstoffwechsel als Folge von z.B. Diabetes mellitus, Schilddrüsen-Unterfunktion oder Nebenschilddrüsen-Überfunktion.

Unter dem Sammelbegriff Weichteilrheumatismus werden entzündliche und degenerative Prozesse im Bereich der Weichteile des Bewegungsapparates, wie Muskulatur, Unterhaut, Gelenkkapsel, Sehnen und Bänder, zusammengefasst.

Ursachen

So vielfältig wie die Erkrankungen sind auch deren Ursachen. Für rheumatische Erkrankungen gibt es keine spezifischen Ursachen. Zunehmende Zivilisation kann als ein wichtiger Grund für die Verbreitung dieser Erkrankungen angesehen werden.

Wichtige Faktoren sind: Stress, Rastlosigkeit, Motorisierung, Bewegungsmangel, Übergewicht, Fehlernährung, klimatisierte und beheizte Räume etc. Für die Entstehung der verschiedenen rheumatischen Erkrankungen spielen entzündliche und degenerative, aber auch infektiöse, stoffwechselbedingte oder autoimmune Ursachen eine Rolle.

Behandlungsmethoden

An erster Stelle stehen schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente, dies sind jedoch rein symptomatische Behandlungen. Langzeittherapien mit so genannten nichtsteroidalen Antirheumatika (sie behindern die Entstehung von entzündungsfördernden, Fieber und Schmerzen verursachenden Substanzen und verlangsamen das Fortschreiten der Erkrankung), Kortison (wirkt generell am stärksten entzündungshemmend), Goldkuren u.a. sind manchmal wegen der Nebenwirkungen (Magen-Darm-Trakt, Stoffwechsel) noch zusätzliche Belastungen für die Patienten.

Die Mittel, die in einer Akutphase benötigt werden, können bei der Behandlung von chronischen Erkrankungen mit Mitteln und Behandlungsmethoden der Naturheilkunde ergänzt bzw. ersetzt werden.

Außer dem akuten rheumatischen Fieber können die meisten anderen rheumatischen Erkrankungen mit alternativen Methoden behandelt werden. Dabei kommen zur Anwendung:

  • Phytotherapie (Behandlung mit pflanzlichen Wirkstoffen)
  • Homöopathie
  • Akkupunktur
  • Veränderung der Ernährungsgewohnheiten
  • klassische Ausleitungsverfahren
  • ergänzende medikamentöse Therapien mit Enzymen
  • Schlangengifte
  • Neuraltherapie
  • lokale Anwendungen wie z.B. Wärme, Kälte, Moor, Thermalwasser etc.

Erfolge in der Schmerzbehandlung, aber auch ein Rückgang der Entzündungen bei entzündlichen Prozessen können z.B. mit Weihrauch oder Nachtkerzenölkapseln erzielt werden. Auch die Chiropraktik kann sehr wirkungsvoll sein, wenn man einen durch Schmerzhaltung erworbenen Beckenschiefstand korrigiert oder blockierte Wirbel lösen kann. Die Methode ist jedoch nicht ungefährlich und sollte nur von einem Fachmann durchgeführt werden.

Individuelle Therapieplanung

Bei einem ganzheitlichen Therapieansatz gilt, dass für jeden Patienten die für sie / ihn richtige Therapie gefunden werden muss. Für jeden Betroffenen ist dies ein individueller Mix aus Medikamenten und anderen Maßnahmen.

Die Ziele der Behandlung sind dabei in jedem Fall die Schmerzlinderung, die Reduktion von Entzündungen und der Erhalt der Funktionen und Beweglichkeit der betroffenen Körperteile. Welches Prozedere im Einzelfall dem Patienten am Besten hilft, muss dieser in Absprache mit seinem Arzt selbst herausfinden.

Kreta-Kost und Bewegung

Wichtig ist auch ausreichende Bewegung und eine Minderbelastung der Gelenke durch Gewichtsreduktion. Günstig sind tägliche Spaziergänge, leichte sportliche Betätigung, ausgewogene Ernährung und eine positive Lebenseinstellung.

Als Rheuma-Patient sollte man häufig leichte, mediterrane Kost zu sich nehmen. Der Vorteil: Fisch und Olivenöl sind auch für das Herz-Kreislauf-System gut. Dazu kommt "richtige" und ausreichende Bewegung, d.h. alle Sportarten, die die Ausdauer steigern und die Gelenke nicht zu sehr belasten. Ob das im Einzelfall Schwimmen, (Lang-)Laufen, Radfahren, Gymnastik oder eventuell auch Inline-Skaten ist, bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen. Das Training muss aber in jedem Fall an den individuellen körperlichen Fitnesszustand angepasst sein.

Früherkennung

Nicht jeder Gelenkschmerz muss ein Hinweis auf Rheuma sein. Doch ärztliche Abklärung lohnt sich: Je früher eine rheumatische Erkrankung diagnostiziert wird, desto besser steht es um die Behandlungschancen, denn um so weniger Schäden sind bisher eingetreten. Je früher also die Behandlung einsetzt, desto besser sind die Aussichten, mit geringerem Medikamenteneinsatz gute Erfolge zu erzielen.