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Tests und Studien zeigen: Pflegebedürftige finden dank Audiotherapie mehr Ruhe

Erleichterung für pflegende Angehörige

''Wer unter Demenz leidet, liegt häufig nachts wach. Das kann ein Anzeichen seiner Erkrankung sein'', sagt Andrea Theßeling. Sie kennt das Problem von den 64 betagten Bewohnern des St. Elisabeth-Pflegezentrums im westfälischen Herten, das sie leitet: Eine Dame murmelt nachts, eine andere schaut stundenlang fern und nickt am nächsten Tag ständig ein. ''Das Risiko, vor lauter Müdigkeit zu stürzen, steigt dadurch'', so Theßeling. Über Jahre hinweg beobachtete die Heimleiterin solche Phänomene, bis sie jetzt eine Lösung fand: Sie erfuhr über die Fachhochschule Münster von erfolgreichen Tests mit dem Schlafsystem Inpulser sowie seiner positiven Wirkung bei Pflegebedürftigen mit Schlafstörungen. Und sammelte selbst gute Erfahrungen mit der Audiotherapie, die das Hirn in entspannte Schwingungen versetzt.

''Wir haben die Ist-Situation analysiert und dann die Veränderungen beobachtet, die mit Hilfe des Inpulsers eintraten. Das heißt, die Pflegekräfte kontrollierten nachts häufiger als sonst und beobachteten durchweg gute Entwicklungen'', erzählt Andrea Theßeling. So schlief die Dame, die nachts ständig gemurmelt hat, bereits nach einigen Tagen durch. Andere Bewohner sind inzwischen ebenfalls tagsüber deutlich ausgeruhter, weil ihr Schlaf ungestört verläuft. ''Das empfinden auch die Pflegekräfte und die betreuende Psychiaterin als Gewinn'', sagt Andrea Theßeling.

Erleichtert fühlt sich ebenfalls Christa Burmeister, die ihren leicht dementen Ehemann betreut: ''Im Rahmen einer Studie am Pflegeheim Johanniter-Stift in Wuppertal konnten wir die Schlaftherapie testen. Mein Mann hat nun keine wiederkehrenden Unruhezustände mehr während der Nacht, sondern kommt stattdessen in den Tiefschlaf.'' Vergleichbar ging es den Teilnehmern verschiedener Untersuchungen der Universitäten Köln und Wuppertal: Bestimmte Frequenzen, die durch das Gerät des Schlafsystems nachts ausgesendet werden, ließen sie wieder sanft schlummern.

(Quelle: djd/ pt; Foto: djd/ Infrasonics)