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Moskitos

Touristen sind bodenlos leichtsinnig

Noch immer sterben auf unserer Erde weit mehr Menschen an den Folgen eines Insektenstiches als beispielsweise an der so gefürchteten Immunschwäche Aids. Allein an Malaria sterben jedes Jahr etwa drei Millionen Menschen. Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen wird auf eine halbe Milliarde geschätzt.

Weniger bekannt, aber keineswegs harmloser, sind weitere Krankheiten, die ebenfalls von blutsaugenden Stechinsekten übertragen werden. Auch für Touristen von Bedeutung sind vor allem das Denguefieber und das Gelbfieber. Beide werden durch Flaviviren verursacht. Aber auch so exotisch tönende Seuchen wie Orientbeule werden in letzter Zeit vermehrt bei Rückkehrern aus warmen Regionen diagnostiziert. Solche zu den Leishmaniosen gehörenden Infektionen kann man sich bereits in Südfrankreich, Sizilien, Spanien oder Nordafrika zuziehen.

Schlafkrankheit, Flussblindheit und Elephantiasis hingegen betreffen den Kurzzeittouristen kaum, da hier ein intensiverer Kontakt mit den Krankheitskeimen nötig ist. Bedenklich stimmt, dass mit Ausnahme des Gelbfiebers gegen all diese Erkrankungen bis heute weder eine Impfung noch sonst eine zuverlässige Prophylaxe existiert. Umso wichtiger ist für den Besucher solcher Regionen, diese Gefahren genau zu kennen.

Anpassungsfähige Quälgeister

Noch Mitte des 20. Jahrhunderts herrschte mit der Erfindung von DDT und anderen Insektiziden große Euphorie. Man glaubte, durch großräumiges Versprühen dieser neuen Chemikalien und dem Trockenlegen von Sumpfgebieten die Mücken endgültig zu vertreiben und auf diese Weise Malaria und die anderen Seuchen zu besiegen.

Heute hingegen macht sich weltweit große Ernüchterung breit, denn innerhalb kurzer Zeit trotzten die anpassungsfähigen Insekten dem DDT. Trotz des Verzichts auf seine weitere Anwendung gelangt DDT wegen seiner schlechten Abbaubarkeit noch immer vielerorts in die Nahrungskette. Politische Unruhen, Umstürze und Geldmangel brachten ihrerseits die einst begonnenen Antimückenkampagnen zum Erliegen.

Andererseits liefern Überschwemmungen und Verelendung ideale Brutstätten für die Mücken. Kein Wunder, dass die einst mückenfreien Gebiete zunehmend wieder von den Moskitos fest in Beschlag genommen werden. Und in ihrem Gefolge tauchen Malaria, Denguefieber und die übrigen Seuchen, allerdings häufig in veränderter und noch bedrohlicherer Form, auf.

Deshalb ist es heute wichtiger denn je, darauf zu achten, sich die Blutsauger in den „verseuchten“ Regionen vom Leibe zu halten. Neben der eventuell empfohlenen Malariaprophylaxe bedeutet dies konkret: immer körperbedeckende Kleidung tragen, Mückengitter, Moskitonetz und Mückenschutzmittel anwenden! Denn je weniger Stiche, desto geringer das Übertragungsrisiko!

Von der Nordspitze Finnlands bis an die Südspitze Afrikas

Obwohl von den 75.000 Insektenarten nur 3.000 Arten zu den Stechmücken gehören, tyrannisiert diese kleine anpassungsfähige Gruppe den Menschen und seine Haustiere bis aufs Blut. Stechmücken können in den verschiedensten Klimaregionen überleben. Ihr Revier reicht von der Nordspitze Finnlands bis an die Südspitze Afrikas. Allerdings nimmt ihre Stechfreudigkeit bei kühleren Temperaturen rapide ab. Das führt dazu, dass in Regionen, wo sommerliche Temperaturen nur kurze Zeit vorherrschen, etwa in Alaska und Sibirien, die Blutsauger sich zur Sommerszeit in riesigen Schwärmen auf Mensch und Tiere stürzen.

Die Mückenweibchen sind nämlich – so verlangt es die Natur – für die Entwicklung ihrer Eier unbedingt auf unser Blut als Eiweißlieferant angewiesen. Die Mücken dienen den Erregern als Zwischenwirt, bei denen sie sich in deren Verdauungssystem eingenistet haben, bevor sie über ein Speichelsekret beim Stich unter die Haut des Menschen gelangen.

Eine Regentonne ist schon ausreichend

Mit beginnender Dämmerung verlassen die Mücken in der Regel ihre Verstecke auf der Suche nach einem geeigneten Blutspender. Wer ein wachsames Ohr hat, hört plötzlich ihr nervenzermürbendes Summen und geht auf Abwehr. Doch meistens gelingt es ihnen, unbemerkt unser Blut anzuzapfen.

Sobald die Stechmücken eine geeignete Stelle gefunden haben, verschaffen sie sich mit ihrem mit Sägezähnen bestückten Stechrüssel einen Zugang zu den Blutgefäßen. Gleichzeitig speicheln sie ein Sekret ab, das dafür sorgt, dass alles schmerzlos geschieht und die Blutgerinnung gehemmt wird. Es sind genau diese köperfremden Eiweiße, die Stunden später Rötung, Schwellung und Juckreiz verursachen.

Das fertig entwickelte Eipaket legt das Mückenweibchen über dem Wasser ab. Es enthält rund 750 Eier und schwimmt auf der Wasseroberfläche. Als Wasserfläche genügt bereits ein kleiner Wassertümpel oder der Inhalt einer Regentonne.

Schon nach 24 Stunden schlüpfen die borstig behaarten Larven. Rund eine Woche später verspinnen sie sich, und nach weiteren drei Tagen entschlüpfen aus den Puppen die jungen Stechmücken. Diese erlangen bereits nach zwei Tagen ihre Geschlechtsreife. Bis zu zwölf Mal pro Jahr kann in den Tropen dieser Entwicklungszyklus ablaufen. Und ohne geschickte Gegenmaßnahmen besteht kaum je Hoffnung, diese quälenden Blutsauger und Krankheitsüberbringer zu dezimieren.