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Verhütung mit dem Langzyklus

Reduzierung der Regelbeschwerden

Mehr als ein Drittel der Frauen in Deutschland befindet sich im reproduktiven Alter und benötigt gegebenenfalls eine sichere Methode zur Familienplanung.

Seit Einführung der traditionellen "Pille" vor mehr als 40 Jahren sind verschiedene Varianten der hormonalen Empfängnisverhütung entwickelt worden, um den individuellen Bedürfnissen von Frauen Rechnung zu tragen. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich die so genannte Langzyklus-Anwendung.

Was ist der Langzyklus?

Bei der herkömmlichen zyklischen Anwendung der Pille folgt nach 21-tägiger Einnahme eine 7-tägige Pause, in der es zur künstlich herbeigeführten Blutung kommt. In der Vergangenheit hatte man angenommen, dass diese monatliche Blutung für viele Frauen eine Beruhigung sei, als Zeichen, dass sie nicht schwanger sind.

Oft aber kommt es zu Situationen, in denen die Blutung unerwünscht ist oder stört, z.B. bei Reisen, oder sogar gefürchtet ist, z.B. bei schmerzhaften Regelblutungen. Ein Langzyklus bedeutet, dass nach den 21 Tagen Einnahme auf die siebentägige Einnahmepause, in der es normalerweise zu einer Blutung kommt, verzichtet wird. Die Einnahme wird ohne Pause fortgesetzt.

Die Dauer der Einname ist beim Langzyklus nicht genau festgelegt. Meistens werden drei oder vier Zykluspackungen hintereinander eingenommen, bevor eine siebentägige Einnahmepause gemacht wird. In dieser Pause kommt es dann in der Regel zwischen dem zweiten und fünften Tag zur Blutung. Bei einem Langzyklus von 84 Tagen, in dem 4 Zykluspackungen hintereinander eingenommen werden, kommt es nur noch zu vier Blutungen im Jahr. Dieser Rhythmus kann aber beliebig verändert werden. Die jährlichen Blutungen können auch auf drei, zwei oder eine Blutung reduziert werden.

Vorteile

Ein Vorteil des Langzyklus besteht darin, dass zyklusabhängige Beschwerden, etwa Bauchschmerzen, Brustspannen, Kopfschmerzen und Rückenschmerzen, die sonst bei vielen Frauen während der Regel auftreten, jetzt entfallen. Auch die typischen Beschwerden des prämenstruellen Syndroms sind vielfach deutlich geringer.

Deutlich ist auch die Auswirkung bei Endometriose, deren Beschwerden insbesondere während der Zyklusblutungen auftreten. Frauen, die durch sehr starke Regelblutungen unter den Folgen eines Eisenmangels leiden, profitieren ebenfalls.

Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, deren Beschwerden sich während der Regelblutungen verstärken können. Dazu gehören z.B. Arthritis, Asthma, Diabetes oder Epilepsie. Regelblutungen können auch Migräneanfälle auslösen. Frauen, die unter einer solchen Erkrankung leiden, können durch die Anwendung des Langzyklus eventuell eine Besserung der Beschwerden erreichen.

Nicht zuletzt bedeuten seltenere Regelblutungen auch einen Anstieg der Lebensqualität. Frauen werden unabhängiger von ihrem Zyklus, die Hygiene ist verbessert, und der andauernde Blick auf den Kalender entfällt ebenfalls. So können Termine, etwa der Urlaub oder Prüfungen, so geplant werden, dass sie nicht durch auftretende Blutungen beeinträchtigt werden. Auch in manchen Berufen kann die Zyklusblutung sehr störend sein, z.B. bei Sportlerinnen, bei Models oder bei Stewardessen und Zugbegleiterinnen.

Risiken und Nebenwirkungen

Zurzeit liegen erst wenige Daten über die Arzneimittelsicherheit bei Anwendung der unterschiedlichen Präparate im Langzyklus vor. Umfangreiche Studien mit Präparaten mit drei-, sechs- oder zwölfmonatigen Zyklen sind in Arbeit.

Erste Ergebnisse zeigen eine Verminderung von prämenstruellen Beschwerden, jedoch häufiger Schmierblutungen bei Anwendung des Langzyklus. Welchen Einfluss die Langzyklen auf das Thrombose- und Krebsrisiko haben, ist derzeit noch unklar, weil entsprechende Langzeitstudien ebenfalls noch fehlen.

Wie sicher ist Verhütung mit der Langzyklusmethode?

Die Sicherheit bei der Anwendung des Langzyklus ist eventuell sogar größer als die Sicherheit bei der zyklischen Anwendung. Das hat verschiedene Gründe:

Während der siebentägigen Einnahmepause beginnt in den Eierstöcken eine Eizelle zu reifen. Treten dann während der 21-tägigen Einnahme Anwendungsfehler oder andere Störungen auf (z.B. Einnahme vergessen, Durchfall, Erbrechen, Medikamenteneinnahmen), so kann die verhütende Wirkung vermindert sein.

Weil die Einnahmepausen im Langzyklus sehr viel seltener vorkommen, findet auch seltener eine Eireifung statt. Wird während des Langzyklus ein- oder zweimal ein Dragee vergessen, so ist dadurch die Sicherheit weniger gefährdet. Die zusätzliche Anwendung weiterer Verhütungsmittel, z.B. von Kondomen, ist nicht mehr unbedingt erforderlich.

Die Fruchtbarkeit wird durch den Langzyklus langfristig wahrscheinlich nicht beeinträchtigt. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass die Eierstöcke nach dem Absetzen ihre Funktion schnell wieder normalisieren. Frauen, die vor der Anwendung des Langzyklus keine regelmäßigen Zyklen hatten, müssen nach dem Absetzen ebenfalls mit schwankenden Zyklen rechnen.

Fazit

Der Langzyklus mit unterschiedlichen Kontrazeptiva ist noch eine „off-label“-Behandlung, die derzeit nur bei speziellen Indikationen, wie z.B. starker Wunsch nach Blutungsfreiheit, starken Blutungsbeschwerden, Eisenmangelanämie oder Beschwerden im hormonfreien Intervall (z.B. Migräne) und nur nach eingehender Beratung durch den Frauenarzt angewendet werden sollte.