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Thrombose erkennen

Wie erkenne ich eine Thrombose?

Die tiefe Beinvenenthrombose zählt wohl zu den gefährlichsten Komplikationen der Krampfadern. Das liegt vor allem daran, dass sich Teile eines Blutgerinnsels lösen und eine lebensgefährliche Lungenembolie zur Folge haben können. An dieser Stelle erfahren Sie, wie man eine Thrombose erkennen und behandeln kann.

Wie Thrombosen entstehen

Von einer Thrombose spricht man, wenn es zu einer Blutgerinnung innerhalb von Blutgefäßen kommt. Die Blutgerinnsel bezeichnet man als Thrombus. Diese können eine beträchtliche Größe erreichen. Sie verstopfen die Adern und verhindern den Blutfluss. Sehr viele Faktoren können die Thromboseentstehung begünstigen. Unter normalen Bedingungen wird die Blutgerinnung innerhalb der Adern durch eine intakte Zellinnenschicht – diese wird als Endothel bezeichnet – einen schnellen Blutfluss und eine normale Blutzusammensetzung verhindert.

Kommt es zu einer Schädigung des Endothels, zum Beispiel durch Verletzungen oder Entzündungen, wird die Blutgerinnung begünstigt. Auch wenn es, wie in Krampfadern, zu einer stark verwirbelten, langsamen Blutströmung kommt, bilden sich leichter Thromben. Ebenso kommt es bei langem Sitzen zu einer Abknickung der Beinvenen mit verlangsamtem Blutfluss. Sehr häufig entstehen Thrombosen bei langen Flug- oder Busreisen.

Aber auch das lange Liegen nach Operationen hat früher häufig zur Thrombose geführt. Heute wird aus diesem Grund bei langer Immobilisation im Krankenhaus das Blut mit bestimmten Medikamenten verdünnt, um eine Thrombose zu verhindern. Außerdem ist das Tragen von Kompressionsstrümpfen, gerade postoperativ, zum Standard geworden.

Bei einer normalen Blutzusammensetzung halten sich Stoffe, die eher die Gerinnung fördern, und solche, die die Gerinnung verhindern, die Waage. Menschen, die an angeborenen Störungen des Gerinnungssystems leiden, sind sehr häufig von Thrombosen betroffen. Doch auch die „Pille“, Zigarettenrauchen und körperliche Austrocknung führen dazu, dass das Blut leichter gerinnt. Wenn mehrere der genannten Faktoren zusammentreffen, ist das Risiko besonders hoch.

Wie erkennt man eine tiefe Beinvenenthrombose?

Es ist besonders wichtig, eine tiefe Beinvenenthrombose frühzeitig zu erkennen. Denn häufig löst sich der Thrombus von der Venenwand und wird mit dem Blutstrom in die Lunge gespült. Dies bezeichnet man als Lungenembolie.

Immerhin findet sich bei der Hälfte aller Patienten, die mit einer tiefen Beinvenenthrombose ins Krankenhaus eingeliefert werden, auch eine Lungenembolie. Zwar sind die Lungenembolien meistens so klein, dass nicht die gesamte Lungenarterie verstopft wird, aber trotzdem besteht Lebensgefahr. Nur im Krankenhaus kann Ihnen in einem schweren Fall geholfen werden. Die folgenden Symptome weisen auf eine Thrombose hin:

  • Ziehende Schmerzen und Druckempfindlichkeit in Wade, Kniekehle oder Leiste (besonders bei Wadendruck oder Beugung des Fußes)
  • Glänzende, bläuliche Verfärbung des Beins
  • Schwellung (ein Bein ist plötzlich dicker als das andere)
  • Überwärmung (ein Bein ist plötzlich wärmer als das andere)
  • Schmerz bei Druck auf die Fußsohle
  • Fieber
  • Schneller Puls

Allerdings können diese Anzeichen eine Thrombose nicht beweisen. Sicherheit schafft nur die Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung bei Ihrem Arzt oder im Krankenhaus.

Wie behandelt man eine Thrombose?

Therapieziele der Thrombosebehandlung sind die Vermeidung des Thrombuswachstums, die Vermeidung einer Lungenembolie und Entfernung des Thrombus aus der Vene.

Befindet sich das Blutgerinnsel in einer Unterschenkelvene und haftet es fest an der Venenwand, beschränkt man sich meistens darauf, mit Heparin das Blut zu verdünnen und mit Kompressionsstrümpfen den venösen Abstrom zu unterstützen.

Bei schwerer Thrombose, wenn schon eine schwere Lungenembolie besteht oder wenn sich das Blutgerinnsel oberhalb des Knies befindet, wird häufig eine so genannte Lysetherapie eingeleitet. Dabei wird versucht, durch bestimmte Medikamente den Thrombus aufzulösen. Bei komplettem Verschluss der Beinvenen oder gar der unteren Hohlvene muss der Thrombus operativ entfernt werden.