Seitenanfang

Risiken bei Krampfadern

Risikofaktoren – wer ist besonders gefährdet?

Das Venensystem der Beine ist besonders hohen Belastungen ausgesetzt. Schließlich muss das Blut von den Zehen gegen die Schwerkraft zum Herzen zurück. Damit dies auch gut funktionieren kann, muss das Zusammenspiel zwischen Venenklappen, Venentonus, Muskelpumpe und Atmungspumpe gut aufeinander abgestimmt sein.

Bestimmte Umstände, die den venösen Rückstrom behindern, sind für Menschen mit Bindegewebsschwäche viel schädlicher. Bewegungsmangel, langes Stehen oder Sitzen ist gerade für die Venen solcher Menschen Gift. Auch in der Schwangerschaft sind die Venenwände hormonell bedingt sehr weit und werden leichter geschädigt.

Normalerweise sorgt das Bindegewebe in den Venenwänden für die notwendige Elastizität der Venen. Bei Menschen mit Bindegewebsschwäche hat man festgestellt, dass die Bindegewebsfasern nicht richtig entwickelt sind.

Dadurch ist das Bindegewebe zwar sehr dehnbar, es kehrt aber nicht mehr vollständig in seine Ausgangslage zurück. Mit der Zeit kann es also bei anfälligen Menschen zu einer Überdehnung der Venenwände kommen, sie leiern sozusagen aus. Dadurch wird ein Teufelskreis in Gang gesetzt. Denn die Dehnung der Venen dehnt auch die Venenklappen irgendwann so weit aus, dass sie nicht mehr schließen können und das Blut sich noch mehr staut.

Bewegungsmangel

Bei Bewegungsmangel, also langem Stehen oder Sitzen, wird die für den Abtransport des Blutes so wichtige Muskelpumpe kaum betätigt. Im Sitzen werden zusätzlich noch die Venen abgeknickt und behindern den venösen Abstrom. Auf Dauer werden die Venenwände irreparabel geschädigt. Häufiges Aufstehen oder Venengymnastik am Platz kann Beschwerden lindern und helfen, den Schaden nicht zu groß werden zu lassen.

Übergewicht

Jedes Pfund zu viel, das wir mit uns herumtragen, lastet auch auf unseren Venen und begünstigt die Entstehung von Venenerkrankungen. Wer etwas für seine Venen tun will, sollte deshalb überschüssiges Gewicht abbauen.

Falsches Schuhwerk

Auch falsche Schuhe können die Venen belasten. Gerade hohe Absätze verhindern das physiologische Abrollen beim Laufen. Dies schränkt die Bewegung im Knöchelgelenk und die Muskelarbeit der Waden ein. Die Muskelpumpe wird dadurch nahezu ausgeschaltet und das Blut staut sich.

Einengende Kleidung

Einengende Kleidung, die die Atmung behindert, wie Mieder oder zu enge Jeans, können Venenleiden Vorschub leisten. Denn auch der Sog, der bei kräftigem Einatmen entsteht, ist am venösen Rückstrom beteiligt. Achten Sie ferner darauf, keine einschnürenden Socken zu tragen, das staut die Venen ebenfalls.

Schwangerschaft und Pille

Bei vielen Frauen zeigen sich die ersten Venenbeschwerden in der Schwangerschaft. Der Grund ist der veränderte Hormonhaushalt. Im Körper ist eine große Menge des Schwangerschaftshormons Östrogen. Dieses lockert das Bindegewebe, um den Körper auf die Schwangerschaft vorzubereiten. Leider wird auch das Venenbindegewebe aufgelockert und infolgedessen oft überdehnt.

Darüber hinaus drückt die immer größer werdende Gebärmutter auf die Beckenvenen, welche auch das Blut aus den Beinen aufnehmen. So ist der Rückfluss des venösen Blutes aus den Beinen behindert. Es kommt zu gestauten Beinvenen.

Nach der ersten Geburt gehen die Venenbeschwerden oft noch zurück, aber schon nach der Belastung einer zweiten Schwangerschaft ist der Schaden meist so groß, dass Krampfadern entstanden sind. Deshalb sollte man schon bei der ersten Schwangerschaft Kompressionsstrümpfe tragen.

Ähnlich wie in der Schwangerschaft wirkt sich auch die Einnahme der Pille auf die Venen aus, denn die enthaltenen Hormone täuschen ja dem Körper eine Schwangerschaft vor. Auch die Hormone, die Frauen während der Wechseljahre einnehmen, können bewirken, dass sich das Bindegewebe der Venenwände lockert und die Venen ausgedehnt werden können.