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Atemstopp mit Todesfolge

Sekundenschlaf

Übermüdet am Steuer - Unfall nach Sekundenschlaf. Fast jeder vierte tödliche Crash auf Deutschlands Autobahnen hat die gleiche fatale Ursache: Dem Fahrer fallen für ein paar Sekunden die Augen zu.

Die Gründe dafür sind vielfältig. So können beispielsweise zu wenig Schlaf, Restalkohol im Blut sowie die einschläfernde Wirkung einiger Arzneimittel hinter den lebensgefährlichen Nickerchen stecken. Es gibt jedoch noch einen weiteren Grund, der zum plötzlichen Einschlafen am Steuer führen kann: regelmäßiges, lautes Schnarchen, das mit ungesunden Atemaussetzern einhergeht.

Gefährliche Pausen

Wird der Schlaf immer wieder durch krankhafte Atempausen von jeweils mehr als zehn Sekunden, den so genannten Apnoen, unterbrochen, kann von einer erholsamen Nachtruhe keine Rede mehr sein. Denn den Aussetzern folgen Weckreaktionen, die einem Beinahe-Erwachen gleichen und die geordnete Schlafstruktur zerstören. Tief- und REM-Schlafphasen bleiben dabei fast komplett aus. Zudem lassen die Atemstillstände den Sauerstoffgehalt im Blut deutlich sinken. Das bedeutet Schwerstarbeit fürs Herz, das den Sauerstoffbedarf des Körpers decken muss. Betroffene sind daher anfälliger für Herzinfarkt, können sich nur schwer konzentrieren und klagen über anhaltende Müdigkeit.

Diagnose und Therapie leicht gemacht

Um die folgenschweren Störungen des Schlafrhythmus zu erkennen, gibt es innovative Screeninggeräte wie z.B. ApneaLink, die den nächtlichen Atemfluss bequem zu Hause aufzeichnen können. Mit Hilfe einer speziellen Nasenbrille werden dabei alle relevanten Atemdaten erfasst und gespeichert. Sollte sich bei der Auswertung durch den behandelnden Arzt der Verdacht auf Apnoen erhärten, wird Betroffenen eine gründliche Untersuchung im Schlaflabor angeraten. Die erfolgreichste Behandlungsmethode ist die kontinuierliche Überdruckbeatmung, die nCPAP-Therapie (nasal Continous Positive Airway Pressure). Dabei wird - beispielsweise mit einem Atemtherapiesystem - der Rachen durch Überdruck offen gehalten und so die Verengung der Atemwege verhindert.

(Text und Bilder: djd, Catharina Puppel, Oktober 2006)

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