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Ladykiller Herzinfakt

Das unterschätzte Risiko

Ein Herzinfarkt ist nicht nur "Männersache". Spätestens nach den Wechseljahren sind Frauen genauso gefährdet, Raucherinnen schon vorher.

Während an Brustkrebs hierzulande jede zehnte Frau stirbt, kostet der Herzinfarkt jede zweite das Leben. Am häufigsten heimgesucht werden Frauen über 65, ab diesem Alter sterben sogar mehr von ihnen den Herztod als Männer. Bis zur Lebensmitte sind Frauen hingegen deutlich im Vorteil, allerdings ist bei den 25- bis 54-Jährigen die Zahl der Infarkte in den letzten beiden Jahrzehnten um 25% angestiegen.

Normalerweise sind jüngere Frauen vor einem Herzinfarkt sicher, weil die weiblichen Hormone, allen voran Östrogen, Arterienverkalkung und damit Gefäßverschlüssen entgegenwirken. Raucherinnen schmälern den Schutzeffekt der Östrogene, erst recht, wenn sie Übergewicht haben und die Anti-Baby-Pille nehmen. Nach den Wechseljahren büßt der Körper die natürliche Hormon-Mitgift ein - der Grund, warum Infarkte dann zunehmen.

Nicht nur Rauchen geht gerade Frauen ans Herz, auch andere Risikofaktoren bzw. Vorerkrankungen schlagen bei ihnen stärker durch. Diabetikerinnen etwa haben ein zwei- bis dreimal so hohes Herzinfarktrisiko wie zuckerkranke Männer. Hohe Blutfettwerte (Triglyceride) erhöhen das Infarktrisiko beim Mann um etwa 30%, bei Frauen um 75%. Niedriges HDL-Cholesterin, das Arterienverkalkung entgegenwirkt, wirkt sich bei Frauen besonders nachteilig aus. Hingegen können hoher Blutdruck und "böses" LDL-Cholesterin ihnen weniger anhaben. Bei Frauen verläuft der Herzinfarkt öfter tödlich: 56% der männlichen, aber nur 44% der weiblichen Patienten überleben. Viele Frauen unterschätzen ihr Risiko, setzen darauf, dass die Beschwerden von selbst nachlassen, und rufen im Ernstfall zu spät den Arzt. Erschwerend kommt hinzu, dass der weibliche Infarkt oft unverdächtige Symptome zeigt: Übelkeit, Erbrechen, kalter Schweiß, Erschöpfung, Kurzatmigkeit, Ziehen oder Stechen zwischen den Schulterblättern. Schmerzen, die statt im Brustkorb im Rücken oder im Oberbauch auftreten, führen nicht selten auch Ärzte auf die falsche Fährte, lassen sie zunächst auf einen Bandscheibenvorfall oder Gallensteine tippen.

Die Vorboten eines Herzinfarkts sind nicht immer eindeutig. Um nicht den Fehler zu machen, auf die "richtigen" Symptome zu warten und so wertvolle Zeit verstreichen zu lassen, die über Leben und Tod entscheidet, haben Ärzte die Nase-Arme-Nabel-Regel, abgekürzt NAN-Regel, aufgestellt. Sie lautet: Bei allen plötzlich auftretenden Beschwerden zwischen Nase und Nabel, einschließlich der Arme, die nicht innerhalb von 15 Minuten von selbst wieder vergehen, umgehend einen Notarzt rufen.

Herzgesunde Ernährung

  • täglich mehr als 400g Obst und Gemüse, vor allem intensiv grüne, rote und gelbe Sorten
  • reichlich Vollkornprodukte, Nüsse und Körner/Samen, wenig Fleisch, möglichst weiß und mager (Geflügel)
  • mindestens einmal die Woche fetten Seefisch wie Makrele, Lachs oder Hering, pflanzliche Öle, wenig gesättigte Fettsäuren
  • weniger als sechs Gramm Salz pro Tag, durchaus täglicher, aber moderater Alkoholkonsum (Rotwein maximal 0,1 Liter)
  • (dgk)