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Die wichtigsten Fragen zu MS

Die 10 häufigsten Fragen zu Multiple Sklerose.

  • Was ist MS? - Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische Erkrankung des Zentralnervensystems (ZNS), d.h. des Gehirns und des Rückenmarks. Das ZNS besteht aus Nervenzellen, die mit Nervenfasern, den so genannten Axonen, in Verbindung stehen. Die Axone sind umhüllt von einer schützenden Substanz, dem Myelin, die eine schnelle elektrische Signalausbreitung ermöglicht. Bei MS-Patienten greifen u.a. weiße Blutkörperchen das Myelin an und verursachen dort eine Entzündungsreaktion, die das Myelin zerstört.
  • Welche Symptome treten bei MS auf?- Die Symptome der MS sind von Patient zu Patient sehr unterschiedlich. Häufig auftretende Symptome sind zum Beispiel Abgeschlagenheit, Sehstörungen, Kribbeln/Taubheit, Schwäche, Gleichgewichtsstörungen, Gedächtnisstörungen/Depressionen, Störungen der Sexualfunktion, Schmerzen, Spastik sowie Störungen der Blasen- und der Darmfunktion.
  • Wie wird MS festgestellt? - Erste Hinweise, die zu einer MS-Diagnose führen, ergeben sich üblicherweise aufgrund der auftretenden Symptome und durch eine sorgfältige Überprüfung der Krankengeschichte. Es folgt meist eine gründliche neurologische Untersuchung, die im Allgemeinen eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Zentralnervensystems sowie andere Tests beinhaltet.
  • Inwiefern kann eine Magnetresonanztomographie (MRT) zur Diagnose und zur Verlaufsbeobachtung der MS beitragen? - Die mit Hilfe der MRT angefertigten Aufnahmen des Gehirns und des Rückenmarks zeigen die Lage und die Größe der Läsionen (Bereiche mit emyelinisiertem Nerven-gewebe). Mit Hilfe dieser Aufnahmen ist eine Bestätigung der Diagnose sowie auch eine Verlaufsbeobachtung möglich. Die Zahl und die Lage der in der MRT-Aufnahme sichtbaren Läsionen können in einem Zusammenhang mit den Symptomen stehen. Je höher die Zahl der Läsionen, desto größer die mögliche Schädigung und damit auch das Risiko für das Auftreten von Behinderungen.
  • Welche Ursachen hat MS? - Die genauen Ursachen von Multiple Sklerose sind nicht bekannt. Ärzte halten MS für eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper – in der Absicht, Viren oder Bakterien zu bekämpfen – eine Abwehrreaktion gegen das eigene ZNS richtet.
  • Wer erkrankt an MS? - Weltweit sind schätzungsweise bis zu 2,5 Millionen Menschen aller ethnischen Gruppen an MS erkrankt, deutschlandweit sind es etwa 120.000. Frauen sind mehr als doppelt so häufig betroffen wie Männer. Die Diagnose wird meist im Alter zwischen 20 und 40 Jahren gestellt.
  • Wie schreitet die MS fort? - Die meisten MS-Patienten erleiden in unregelmäßigen Abständen so genannte Rückfälle oder Schübe. Man spricht von einem Schub, wenn sich über einen Zeitraum von mehr als 24 Stunden bereits bekannte Krankheitszeichen verschlechtern oder neue hinzukommen und wenn seit dem letzten Auftreten solcher Symptome mindestens ein Monat vergangen ist. Bei den meisten Patienten kommt es nach dem Schub zu einer vollständigen Wiederherstellung der Funktion. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung nehmen Behinderungen zu.
  • Welche Formen der MS gibt es? - Schubförmig remittierende MS: Es kommt im Laufe der Zeit zu Schüben mit anschließender Rückbildung der Symptome. Diese Verlaufsform liegt anfangs bei den meisten MS-Patienten (bis zu 85%) vor. Sekundär progrediente MS: Schübe sind seltener. Symptome und Behinderungen nehmen kontinuierlich zu. Primär progrediente MS: Von Beginn an stetige Zunahme der Symptome ohne Schübe. Benigne (gutartige) MS: Leichte, nur selten auftretende Empfindungsstörungen mit vollständiger Rückbildung. Es kommt nicht zu bleibenden Behinderungen oder einem Fortschreiten der Erkrankung.
  • Ist MS heilbar? - MS ist derzeit nicht heilbar. Allerdings gibt es Arzneimittel, die den Krankheitsverlauf maßgeblich beeinflussen können – so genannte verlaufsmodifizierende Präparate (Disease Modifying Drugs, DMD). Weltweit liegen über 15 Jahre Erfahrung zu diesen Präparaten vor.
  • Ist MS erblich? Erkranken meine Kinder auch an MS? - MS an sich ist nicht erblich. Allerdings wird angenommen, dass eine vererbbare Empfänglichkeit (Prädisposition) für diese Erkrankung besteht, die an die Nachkommen weitergegeben werden kann.

(Quelle: Merck Serono, Bildnachweis: Shutterstock)