Seitenanfang

Fuss

Fußreflexzonenmassage

1915 entwickelte der amerikanische HNO-Arzt W.H.Fitzgerald den Begriff der „Zonentherapie“. Er behauptete, durch Druck auf Hände, Mund und Füße verschiedene Krankheitssymptome lindern zu können.

Dieses wurde in den 30er Jahren von der Physiotherapeutin Eunice D. Ingham weiterentwickelt: Sie legte Reflexpunkte fest. Demnach lässt sich jedem Organ des menschlichen Körpers, mit Ausnahme der Arme und Beine, ein entsprechender Punkt an den Füßen zuordnen. Der Fußreflexzonenmassage liegt die Theorie zugrunde, dass sich bei Organbeschwerden in dem jeweils zugehörigen Punkt am Fuß Stoffwechselreste wie z.B. Harnsäure und Kalzium ablagern und bei Druck auf den Punkt Schmerzen verursachen.

Auch bei ganz leichtem Fingerdruck kann es stark schmerzen – ein Zeichen für den Therapeuten, dass hier ein Schwachpunkt liegt, der mit dem Fuß selbst gar nichts zu tun hat. Die Wirkung wird so erklärt, dass durch die Massage des jeweiligen Punktes der Blutkreislauf und der Lymphabfluß angeregt und so die Stoffwechselschlacken abtransportiert und die Reinigungs- und Selbstheilungskräfte des Körpers in Schwung gebracht werden. Neben Körperorganen sollen sich auch Gefühle in den Füßen widerspiegeln, d.h. dass auch Menschen mit Gefühlsproblemen gut auf die Behandlung ansprechen.

Rundum Gesunde ohne körperliche Schwachstellen verspüren bei der Massage keinerlei unangenehmen Druck oder gar Schmerzen, sondern empfinden sie lediglich als angenehm entspannend. Geschulte Therapeuten können von Form und Aussehen der Füße, Hautzustand und dem Geruch Rückschlüsse auf Krankheiten und Störungen in Organsystemen des Patienten ziehen. Zum Beispiel sind rissige Haut, Hühneraugen, Schwielen und Entzündungen wichtige Hinweise. Die Behandlung besteht meist aus zehn bis zwölf Sitzungen mit ca. 45 Minuten Dauer. Mehr als zwei Massagen pro Woche sollten es jedoch nicht sein, damit der Organismus dazwischen Zeit hat, sich zu regenerieren und umzustellen.

Oft stellt sich am Anfang der Behandlung die so genannte „Erstverschlimmerung“ ein, die man auch bei anderen Therapien kennt. So reagiert z.B. ein schwacher Darm zunächst mit Durchfall. Das ist aber als gutes Zeichen zu werten, der Organismus reagiert auf die Behandlung. Sonst sind eigentlich keine ernsteren Nebenwirkungen zu erwarten.

Allgemein empfohlen wird die Fußreflexzonenmassage bei Bluthochdruck, Stress, Angstzuständen, Schlafstörungen, Migräne, Asthma, Ekzem, Rückenschmerzen, Regelproblemen und Verstopfung.

Chiropraktik

Bei dieser Therapieform wird mit bestimmten Handgriffen, meist entlang der Wirbelsäule, die Beweglichkeit und Drehbarkeit der Wirbel wiederhergestellt, die durch schmerzhaft verkrampfte Rückenmuskeln blockiert war. Die Verkrampfungen, die den Schmerz ausgelöst haben, werden gelockert und so die Wirbelsäule wieder in ihre richtige Position gerückt. Auch der Hexenschuss, das Schulter-Arm-Syndrom oder Kopfschmerzen, die von blockierten Wirbeln an der Halswirbelsäule herrühren, sprechen gut auf die chiropraktische Behandlung an. Vor jeder Behandlung wird zunächst einmal ausführlich die frühere Krankheitsgeschichte erfragt. Daraufhin erfolgt eine gründliche körperliche Untersuchung, bei der die Beweglichkeit der verschiedenen Gelenke überprüft wird. Wahrscheinlich wird auch ein Röntgenbild in die Behandlung einbezogen, um auszuschließen, dass die Wirbel durch eine Verletzung, durch Geschwülste oder durch Bandscheibenabnutzung beschädigt sind.

Außerdem darf keine Osteoporose, kein Krebsleiden, keine Rückenmarksverletzung oder starke Entzündung im Bereich des Rückens vorliegen. In diesen Fällen ist strikt von einer chiropraktischen Behandlung abzuraten! Die erste Behandlung dauert meist 30 bis 60 Minuten, alle weiteren ungefähr 15 bis 30 Minuten. In der ersten Woche können zwei oder drei Sitzungen nötig sein, später eine pro Woche, abhängig vom jeweiligen Krankheitsbild und Ihrer persönlichen Reaktion auf die Behandlung. Manchmal werden auch fortlaufende, vorbeugende Sitzungen empfohlen. Bei dem Einrenken kann es neben dem knackenden oder krachenden Geräusch kurzfristig zu Schmerzen kommen. Danach sollen die Nervenstränge entlastet sein, und die Durchblutung wird gefördert. Die besser vom Blut durchströmte Muskulatur verkrampft sich nicht mehr so rasch, und da die Wirbel nun wieder richtig liegen, entsteht kein anatomisch falscher Muskelzug. Der Schmerz, der sich über Reflexzonen in Haut und Bindegewebe fortgesetzt haben kann, verschwindet. Die Wirbelsäule ist wieder funktionstüchtig – falls sie nicht erneut dauerhaft fehlbelastet wird.

Als Nebenwirkungen kann es in der Anpassungszeit nach der Behandlung zu Schmerzen und Steifheit in Muskeln und Gelenken oder zu kurzfristiger Müdigkeit kommen. Das sollte jedoch nur ein vorübergehender Zustand sein.

Neuraltherapie

Die Therapie basiert auf den Erfahrungen der Brüder Hunecke, die 1925 entdeckten, dass man Schmerzen mit dem Einspritzen von örtlichen Betäubungsmitteln (z.B. Procain, Lidocain) positiv beeinflussen kann. Die Grundlage der Therapie basiert auf der Vorstellung, dass Verletzungen oder Entzündungen ein Störfeld im Körper bilden und dadurch in der Nähe liegende Nerven reizen. Diese senden dann ständig Impulse in das Nervensystem, woraufhin der Körper mit Schmerzzuständen reagiert (z.B. Migräne, Unterleibsbeschwerden). Durch die Injektion des Mittels bekommen die Zellen den nötigen Impuls, um sich zu regenerieren. Das Störfeld wird so ausgeschaltet und der Schmerz verschwindet. Meist dauert es aber einige Zeit, also viele Injektionen, bis das zuständige Störfeld getroffen wird. Besonders wichtig ist, dass, falls Sie sich für diese Therapieform entscheiden, abgeklärt wird, ob Sie auf das Medikament, welches bei der Behandlung eingespritzt wird, möglicherweise allergisch reagieren! Außerdem müssen die Einstichstellen sorgfältig gewählt werden, damit keine Nerven, Gefäße oder inneren Organe verletzt werden. Neuraltherapien dürfen nur von gut geschulten Ärzten/-innen oder guten Heilpraktiker/-innen ausgeführt werden.

Kneipp-Therapie

Der Begründer dieser Therapieform ist der bayerische Mönch Sebastian Kneipp, der im 19. Jahrhundert an Tuberkulose erkrankt war und sich selbst heilte, indem er in das eiskalte Wasser der Donau stieg und sich danach unabgetrocknet wieder anzog.

Daraufhin erklärte er, Wasser habe eine Heilwirkung, da es die Ausscheidung von Giftstoffen aus dem Körper unterstütze. Seinen Patienten wurden kalte und warme Bäder, Fußbäder, Sitzbäder, Dampfbäder, Duschen und Wickel verabreicht - Techniken, die auch heute noch angewendet werden.

In der Therapie wird mit kaltem und warmem Wasser gleichermaßen gearbeitet: Kaltes Wasser regt an, die Blutgefäße ziehen sich zusammen, engen so den Blutfluss ein und verhindern die biochemischen Reaktionen, die Entzündungen hervorrufen. Der Sauerstoffverbrauch der Zellen wird erhöht. Heißes Wasser wirkt sehr entspannend. Es weitet die Blutgefäße, der Blutdruck wird gesenkt, selbst die feinsten Kapillaren (Äderchen) werden besser durchblutet. Der Stoffwechsel wird allgemein angekurbelt, und Stoffwechselschlacken werden besser abtransportiert.

Warm-kalte Wechselbäder oder Güsse trainieren – oft blitzartig – die Reaktionsfähigkeit der Blutgefäßwände und der körpereigenen Abwehrkräfte, was sich wiederum abhärtend gegenüber äußeren Temperatureinflüssen, Wind und Wetter auswirkt.

Eine richtig ausgeführte Kneipp-Therapie besteht aus einer Reihe individuell zusammengestellter Einzelanwendungen: Abwaschungen, Abreibungen, Teilbäder, Vollbäder, Güsse, Kopf-Dampfbäder, Fußbäder, Packungen, Wassertreten und Wickel gehören dazu. Begleitend dazu wird meist noch die Bewegungstherapie empfohlen, in der es darauf ankommt, dass der Patient sich überhaupt bewegt. Besonders geeignet ist Wandern, Laufen, Radfahren und Schwimmen.

Bei all diesen Tätigkeiten wird der Blutdruck gesenkt; gleichzeitig werden rote Blutkörperchen vermehrt neu gebildet, so dass der gesamte Körper besser durchblutet und so die Sauerstoffversorgung sehr verbessert wird. Wegen der Gefahr zu stark belastender Umstimmungsreize sollte die Kneipp-Therapie bei schweren Herz-Kreislauf-Leiden, Stoffwechselkrankheiten (z.B. Schilddrüsenüberfunktion), akuten Leber- und Nierenleiden, chronischen Krebserkrankungen und ansteckenden Hauterkrankungen nicht (oder nur sehr sanft) angewendet werden. Außerdem sollte man Dampfbäder oder Sitzbäder während der ersten drei Schwangerschaftsmonate meiden.

Natürlich können Sie auch jederzeit zu Hause kneippen. Informieren Sie sich doch, wo es den nächsten Kneipp-Verein in Ihrer Nähe gibt. Der richtige Gebrauch von Kneipp-Hausmitteln auf rein pflanzlicher Basis ist leicht erlernbar. Die jeweiligen Präparate gibt es Ihrer Apotheke, fragen Sie bei Ihrem nächsten Besuch doch einmal danach!