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Wenn Viren die Runde machen

Erkältungserreger eindemmen

Husten, Schnupfen, Heiserkeit - die Plagen der kalten Jahreszeit legen oft ganze Familienverbände lahm. Durch den engen Kontakt untereinander werden Erkältungsviren leicht übertragen, sei es beim Gute-Nacht-Kuss, durch die gemeinsame Benutzung von Gebrauchsgegenständen oder durch Anniesen. Da rund 200 Erkältungserreger kursieren, hat der Mensch kaum eine Chance, sich gegen die Eindringlinge zu immunisieren. Im Schnitt wird ein Erwachsener drei- bis viermal jährlich von einer Erkältung heimgesucht. Bei Kindern ist sechs- bis zehnmal keine Seltenheit, da ihr Immunsystem noch nicht ausgereift ist. Je jünger das erkältete Kind, desto vorsichtiger sollten Eltern sein. Wenn kranke Säuglinge plötzlich an Gewicht verlieren, hoch fiebern, Durchfall haben oder nicht trinken wollen, muss möglichst schnell ein Arzt zurate gezogen werden. Das gilt auch bei größeren Kindern, wenn die Körpertemperatur länger als 24 Stunden über 39 Grad ansteigt oder starke Atembeschwerden vorhanden sind.

Ist ein Kind erkrankt, überlegen Eltern, wie sie ihren Sprössling am besten unterstützen können, damit er möglichst schnell wieder gesund wird. Der Griff zu Fiebersenker, Schmerzmittel und Co. muss nicht in jedem Fall sein. Solange der kleine Patient ausreichend isst und trinkt und sich nicht extrem abgeschlagen fühlt, kann mit einem Arztbesuch auch bei Husten und leichtem Fieber gewartet werden. Zur Behandlung von Kindern und erwachsenen Familienmitgliedern hat die Allgemeinmedizinerin Dr. med. Sabine Schäfer einen Ratschlag parat: "Ferrum phosphoricum comp. ist für alle Phasen eines grippalen Infekts geeignet. Bei den ersten Anzeichen einer Erkältung eingesetzt, kann deren Ausbruch oft noch verhindert werden. Besteht der Infekt schon, lindert das Arzneimittel die akuten Erkältungsbeschwerden, aktiviert die Selbstheilungskräfte und reguliert die Körpertemperatur auf ein für die Überwindung des Infekts nötiges Maß, denn Fieber bringt die Abwehr auf Hochtouren und reduziert Keime - das ist wichtig für den Genesungsprozess."

Wer abgehärtet ist, wird seltener krank. Maßnahmen wie gelegentliche Saunabesuche oder Kneippkuren scheinen die Abwehrkräfte des Körpers gegenüber Erkältungskrankheiten zu stärken. Den Duschgang stets mit einer kalten Dusche abschließen, auch wenn es unangenehm erscheint. Zudem unterstützen regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft und eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung die Körperpolizei. Wichtig: Auf wetterfeste Kleidung und gutes Schuhwerk achten. Keinesfalls sollten etwa die Hände oder Füße kalt oder feucht werden. Kindern eine Mütze, Schal und Handschuhe anziehen, so sind Hals, Brust und Ohren gut vor Kälte und eisigem Wind geschützt. Beim Nachhausekommen die feucht gewordenen Sachen sofort ausziehen und aufwärmen. Viele Studien haben mittlerweile belegt, dass regelmäßiger Schlafmangel dem Immunsystem schadet. So soll bei weniger als sieben Stunden Schlaf pro Nacht das Erkältungsrisiko um ein Vielfaches ansteigen. Die empfohlene Schlafdauer liegt bei acht Stunden pro Nacht. Daher gilt: Im Winter früher zu Bett gehen.

Hat es ein Familienmitglied erwischt, dann sollte das Zimmer des Kranken regelmäßig gelüftet werden. Dadurch sinkt die Virenzahl in der Luft. Wer sich nicht anstecken möchte, sollte vorsichtig mit Umarmungen und Berührungen sein. Nach Kontakt mit dem Kranken ist es ratsam, sich die Hände zu waschen und sich nicht ins Gesicht zu fassen. Auch direktes Anniesen oder Anhusten kann zur Ansteckung führen. Sinnvoll ist es auch, beim Naseputzen lieber Papiertaschentücher statt Stofftaschentücher zu benutzen. Die gebrauchten Tücher sofort in einen Eimer mit Abdeckung entsorgen und nicht herumliegen lassen. Vom Erkälteten benutztes Geschirr sollte umgehend in die Spülmaschine geräumt werden, die Hitze tötet die Krankheitserreger ab.

(Quelle: djd/pt; Foto: djd)