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Wer Schmerzen aushält, begünstigt Chronifizierung.

Schmerzfrei wieder in Bewegung kommen

Rückenbeschwerden am besten mit Bewegung begegnen. Unser Leben ist ein kontinuierlicher Lernprozess. Komplexe Fähigkeiten werden erworben und so verinnerlicht, dass sie immer wieder abgerufen werden können. Allerdings hat die beeindruckende Lernfähigkeit eine Kehrseite, denn auch negative Erfahrungen kann der Körper abspeichern. Wie Wissenschaftler herausgefunden haben, können anhaltende und wiederkehrende Schmerzen bleibende Spuren im Gehirn hinterlassen. Besonders bei Rückenschmerzen ist die Tendenz zu solch einem Schmerzgedächtnis gegeben. Veränderungen in der Feinstruktur der Nervenzellen in Rückenmark und Gehirn sorgen dafür, dass schon kleinste Reize eine Schmerzattacke auslösen können.

Gerade bei älteren Menschen besteht das Risiko, dass die Schmerzen zu einer dauerhaften Erkrankung werden. Viele neigen dazu, Beschwerden stumm zu ertragen oder sie mit Schonhaltungen und Bewegungsvermeidung zu umgehen. Doch dieses Aushalten kann zur Chronifizierung und damit zu einer Einbuße an Lebensqualität beitragen. Eine abgestimmte Kombination aus medikamentöser Behandlung und körperlicher Mobilisierung wirkt dieser Schmerzspirale entgegen. Das Bewegungstraining ist dabei entscheidend für den Therapieerfolg, denn im fortgeschrittenen Alter baut sich die Muskulatur ab, wenn sie nicht stimuliert wird.

Oberstes Ziel einer Behandlung ist sogenanntes ''Relearning'' - das Überschreiben des abgespeicherten Schmerzes. Um wieder in Bewegung zu kommen, kann zunächst ein schmerzlindernder Wirkstoff wie Flupirtin helfen. Im Gegensatz zu vielen anderen Schmerzmitteln kann Flupirtin zusätzlich verspannungslösend wirken und die überreagierenden Nerven im Rückenmark beruhigen. Dadurch können Patienten bald ein gesundes Rückentraining beginnen, das die Muskulatur stärkt und die Beweglichkeit fördert.

(Quelle: djd/ pt; Foto: djd/Westend61/Trancolong)