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Ayurveda

Ayurveda – die indische Wissenschaft vom langen und gesunden Leben

Ayurveda ist das traditionelle Medizinsystem der altindischen Hochkultur, das vor mehr als 2000 Jahren entstanden ist und somit eine der ältesten ganzheitlichen Heilkunden der Menschheit darstellt. Die Worte Ayu und Veda bedeuten im Sanskrit Leben und Wissenschaft, Ayurveda also wörtlich übersetzt "die Wissenschaft vom Leben".

Die klassischen Grundlagen des Ayurveda sind über zwei Jahrtausende bis heute erhalten geblieben. Im Prinzip wird Ayurveda heute noch in ganz Indien angewendet. In der westlichen Welt und auch in Deutschland begegnet man meistens dem so genannten "Maharishi-Ayurveda", einem unter der Aufsicht von Weisen in seinem ursprünglichen Sinn wiederhergestellten Ayurveda.

Körper, Geist und Seele

Ayurveda sieht den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele, die in ständiger Wechselwirkung mit der Umwelt steht. Sushruta, ein bedeutender ayurvedischer Arzt, brachte dies schon vor 2500 Jahren in seiner Definition von Gesundheit zum Ausdruck: "Gesundheit ist gleich bedeutend mit dem Gleichgewicht von Stoffwechsel, Verdauung, Körpergeweben und Ausscheidungen und ist abhängig vom inneren Wohlbefinden des Bewußtseins, des Geistes und der Sinne."

Die drei Doshas

Die alten ayurvedischen Ärzte haben drei grundlegende Organisationskräfte der Natur unterschieden: die drei Doshas. Mit ihnen wurden die komplexen Wechselwirkungen zwischen Körper und Geist, die für Gesundheit und Krankheit verantwortlich sind, verständlich. Diese drei Doshas heißen Vata, Pitta und Kapha.

Vata repräsentiert Bewegung, Aktivität und Kommunikation. Es ist für die Bewegung der Muskulatur und der inneren Organe verantwortlich, aktiviert das Nervensystem und hält die Funktion des Geistes und der Sinne aufrecht. Der reibungslose Informationsfluss im gesamten Organismus ist ebenso eine Aufgabe von Vata wie die Steuerung aller Aktivitäten. Vata führt zu Wachheit, Klarheit und Kreativität.

Aktivität und Bewegung brauchen Energie. Diese wird von Pitta bereitgestellt. Pitta bildet die Grundlage für die Tätigkeit des Verdauungssystems und des gesamten Stoffwechsels. Es ist verantwortlich für den Intellekt und kontrolliert die Emotionen.

Das dritte Organisationsprinzip ist Kapha. Es repräsentiert die biologische Stärke des Körpers mit seinen natürlichen Abwehrkräften. Kapha ist verantwortlich für Zusammenhalt, Ausdauer und Kraft. Geistige Stabilität und Gelassenheit sind eine Folge von Kapha.

Ayurveda ist bestrebt, das dynamische Gleichgewicht der Doshas in einer sich ständig ändernden Umwelt aufrechtzuerhalten. Diese grundlegende Balance zwischen Aktivität, Stoffwechsel und Stabilität ist Voraussetzung für Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit.

Pancha-Karma

Ein bedeutsamer Therapieansatz sind die Pancha-Karma-Behandlungen, die seit einigen Jahren auch in Deutschland durchgeführt werden und sich wachsender Beliebtheit erfreuen. Diese Behandlungen werden in aller Ruhe und Stille durchgeführt und versetzen den Patienten in einen Zustand tiefer Entspannung für Körper und Seele, so dass Ursachen vieler Erkrankungen bekämpft werden und Vitalität, Leistungsfrische und Lebensfreude zurückkehren. Der Organismus wird zunächst durch genau aufeinander abgestimmte physikalische Behandlungen, verschiedene Ölmassagen, Heilkräuter-Dampfbäder, Wärmepackungen und Diätformen sanft und zugleich dauerhaft entschlackt.

Die Pancha-Karma-Behandlungen werden vom ayurvedischen Arzt nach einer gründlichen Diagnose – dem Krankheitsbild oder Störungsmuster gemäß – individuell zusammengestellt. Die sanften, tief greifenden Behandlungen des Pancha-Karma-Systems sind bei fast allen Krankheiten hilfreich. Ist der Organismus erst einmal gereinigt, greifen auch alle weiteren Therapieformen besser. Die Selbstheilungskräfte werden aktiviert und die Abwehr gestärkt.

Transzendentale Meditation

Unter den 112 verschiedenen Techniken, die in Indien beschrieben werden, wird im Rahmen des Maharishi-Ayurveda auch die Transzendentale Meditation (TM) empfohlen. In der zunehmenden Stille des Geistes während der Meditation erreicht parallel auch der Körper eine Ruhe, welche die im Tiefschlaf erreichbare übertreffen kann – prinzipiell bis hin zum spontanen Aussetzen der Atmung während der Erfahrung der Transzendenz, des innersten Kerns der Person, dessen Erfahrung in allen Kulturen gleich beschrieben wird: räumlich und zeitlich unbegrenzt. Die tiefreichende Regeneration und Vitalisierung durch die Meditation mag als Erklärung für die im Nebeneffekt so stark verbesserte Gesundheit dienen.

Ayurveda in Deutschland

Ayurveda ist in Deutschland mittlerweile weit verbreitet, und viele Firmen im Gesundheits- und Wellness-Bereich nutzen den Namen Ayurveda, ohne die ayurvedische Philosophie und ihr Wissen richtig anzuwenden. Manchmal werden einfache Massagen mit verschiedenen Ölen kombiniert und unter dem Namen Ayurveda vermarktet. Daher wurde im Jahr 1983 von einer Gruppe engagierter Ärzte die "Deutsche Gesellschaft für Ayurveda" gegründet. Zu den Zielen der Gesellschaft gehört es unter anderem, Ayurveda in unserem Gesundheitssystem zu fördern, Forschungsvorhaben zu unterstützen und Schritte einzuleiten, um ayurvedische Therapieformen umsetzbar zu machen.