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Zarte Lippen

Kampf gegen spröde Lippen, Herpes und Co

Spröde, rissige Lippen sind nicht nur unangenehm, sie sehen auch hässlich aus und sind vor allem in der kalten Jahreszeit oft ein Problem. Durch die Temperaturunterschiede zwischen trockener Heizungsluft drinnen und der Kälte draußen werden die zarten Schleimhäute der Lippen stark beansprucht. Sie brauchen deshalb besondere Pflege.

Wodurch bekommt man spröde Lippen?

Die Haut der Lippen ist sehr dünn und empfindlich – so dünn, dass sogar die Blutgefäße durchscheinen und den Lippen ihre rote Farbe geben. Sie besitzen nur eine dünne Hornschicht und können daher kaum Fett und Feuchtigkeit speichern. Da Lippen im Gegensatz zur sonstigen Haut auch keine Schweiß- oder Talgdrüsen zum Nachfetten besitzen, benötigen sie viel Feuchtigkeit, die von außen zugeführt werden muss. Wenn das nicht geschieht, droht die Gefahr der Austrocknung.

Austrocknung hat viele Ursachen: Wind, Sonnenbestrahlung, Kälte, trockene Luft in beheizten Räumen, Klimaanlagen oder ein Mangel an Vitaminen. Auch Stress und mangelnde Pflege trocknen die Lippenhaut aus. Der auftretende Juckreiz verleitet zu andauerndem Lippenlecken, was die Lippen aber zusätzlich austrocknet, da der Schutzfilm abgeleckt wird. Daher muss man vor allem bei Kälte und trockener Luft besonders aufpassen, dass die Lippen nicht austrocknen; sie brauchen jetzt besondere Pflege und Schutz gegen äußere Reize.

Was kann man tun?

Lippenpflegestifte oder -cremes gibt es in vielen Variationen. Sie sollen die Lippenhaut schützen und verhindern, dass die hauteigene Feuchtigkeit verdunstet. Darüber hinaus wird die Gefahr von Lippenbläschen verringert und schnupfenwunder Haut vorgebeugt – eine ideale Kombination für die kalte Jahreszeit.

Pflegestifte mit entzündungshemmenden, hautberuhigenden oder regenerierenden Wirkstoffen wie Kamille, Dexpanthenol oder Fettstoff-Komplexen lindern kleine Blessuren, wenn die Lippen schon aufgesprungen sind. Auch die in den meisten Pflegeprodukten enthaltenen wertvollen Öle und Wachse bieten optimalen Schutz gegen äußere Einflüsse und halten die Lippen weich und geschmeidig.

Pflegeprodukte mit Bienenwachs und Kampfer dringen tief in die Lippen ein und bewirken eine sofortige Besserung bei spröden Lippen. Sie werden wieder weich und zart. Der pflanzliche Extrakt aus Melisse stärkt sensible Lippen, beruhigt und hemmt Entzündungen. Karottenöl wirkt Überverhornungen entgegen.

Lippenhaut reagiert besonders empfindlich auf UV-Strahlung, da sie kaum Hornhaut und Melaninpigmente besitzt. Jeder farbige Lippenstift bietet durch die darin enthaltenen Farbpigmente etwas UV-Schutz. Bei starker Sonneneinstrahlung in den Bergen oder am Wasser brauchen die Lippen jedoch spezielle Sonnenschutzstifte mit höherem Lichtschutzfaktor (LSF 20 – 30).

Tipps und Tricks bei chronisch trockenen Lippen

Gegen rissige Lippen hilft ein sanftes Peeling mit einer trockenen Zahnbürste. Sind die Hautschüppchen entfernt, die Lippen über Nacht mit einer Schicht Honig einreiben – das macht sie wieder zart und geschmeidig.

Spröde Lippen werden auch durch eine Packung aus Sahnequark wieder geschmeidig. Streichen Sie den Quark so dick wie möglich auf die Lippen. Nach zehn Minuten können Sie die Reste mit einem feuchten Wattebausch wieder abwaschen oder einfach ablecken.

Aufgesprungenen Lippen wird vorgebeugt, wenn man sie regelmäßig mit Weizenkeimöl, anderen Naturölen (z.B. Rizinus-, Mandel- oder Jojobaöl) oder einem Klecks Honig einreibt.

Herpes

Wenn es kribbelt, juckt und spannt, ist es meistens längst zu spät. Kurze Zeit später treten schon die unschönen, geröteten Bläschen auf, und die Lippe schmerzt: Die Herpes-Viren haben ein neues Opfer gefunden.

Rund 90 Prozent aller Menschen haben Herpes-Antikörper, das heißt, sie hatten irgendwann mit ihnen Kontakt. Meist bleibt die Infektion unentdeckt und symptomlos. Bei vielen bleibt sie dann aber latent bestehen und kann jederzeit wieder zum Ausbruch kommen. Diese Rezidive treten vor allem bei fiebrigen Infekten, Verletzungen, starker Sonnenexposition oder in Zeiten starker psychischer Anspannung auf.

Bei ersten Anzeichen können so genannte Virostatika (z.B. Aciclovir), das sind Medikamente, die die Vermehrung der Viren verhindern können, das Beschwerdebild verbessern. Sie sind in der Apotheke erhältlich. Ist der Lippenherpes dennoch ausgebrochen, muss absolut vorsichtig mit den Bläschen umgegangen werden. Auf keinen Fall die Bläschen ausdrücken! Sie enthalten Unmengen der Viren, die sich so noch weiter ausbreiten könnten. Lässt man die Bläschen in Ruhe, trocknen sie zu Krusten ein und heilen nach einigen Tagen narbenlos ab.

Zur Prophylaxe gehört neben der Stärkung des Abwehrsystems auch eine konsequente Lippenpflege, denn spröde, rissige Lippen machen es den Viren deutlich leichter, in die Haut einzudringen.

Mundwinkelrhagaden

Eingerissene Mundwinkel sind nicht nur ein kosmetisches Problem, sie können auch Hinweise auf Mangelerscheinungen oder Erkrankungen geben, die dann vom Arzt behandelt werden sollten.

Trockene, spröde Haut ist eines der typischen Anzeichen für Eisenmangel, der sich auch in rissigen Mundwinkeln niederschlagen kann. Vor allem Vegetarier können aufgrund des Verzichts auf Fleischprodukte, die besonders viel Eisen enthalten, leicht zu wenig Nahrungseisen zu sich nehmen. Auch ein Vitamin-B2-Mangel kann neben Müdigkeit und Wachstumsstörungen mit Fissuren in Lippen und Mundwinkeln einhergehen.

Problematisch sind auch schlecht angepasste Prothesen und Zahnspangen, da sie den Speichelfluss verstärken können, was Entzündungen in den aufgequollenen Mundwinkeln fördert. Hier sollte vom Zahnarzt regelmäßig die Passform überprüft werden.

Geflügel, Käse, Milch, Fleisch, Spinat und Fisch enthalten besonders viel Vitamin B2. Selten liegt ein Vitamin-B6-Mangel den rissigen Mundwinkeln zugrunde. Weizenkeime, Fisch, Vollreis, Fleisch, Avocado, Bananen, Vollkornprodukte, Kartoffeln, grüne Bohnen, Blumenkohl und Karotten enthalten viel Vitamin B6.

Pilzerkrankungen

Candida albicans ist einer der häufigsten Erreger von Pilzerkrankungen der Schleimhäute und gehört zur normalen Mundhöhlenflora. Weißliche Beläge und verkrustende Risse im Mundwinkel sind typische Zeichen der Entzündung durch eine Pilzinfektion.

Die Grindflechte ist eine häufige Hautinfektion vor allem bei Kindern und wird durch Bakterien (Streptokokken und Staphylokokken) hervorgerufen. Es bilden sich rötliche Flecken mit Bläschen und gelblichen bis bräunlichen Krusten meist auf vorgeschädigter Haut oder Schleimhaut.