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Haarfarben

Pflanzliche Haarfarben

Pflanzenfarben gehören zu den vollkommenen Schönheitsmitteln der Natur. Sie passen sich völlig der persönlichen Haarfarbe an, und man erreicht mit ihnen ganz individuelle Farbnuancen.

Pflanzenfarben tönen und färben das Haar, wirken aber gleichzeitig auch pflegend auf den Haarkörper ein. Diese pflegende Wirkung entsteht aus der Tatsache, dass sie sich außen am einzelnen Haarschaft sammeln und nicht in das Innere des Haares eindringen, so wie es bei den Haarfärbungen mit Oxidationsmitteln der Fall ist. Der Nachteil dieser chemischen Haarfarben liegt darin, dass der Farbstoff in das Haar eindringt und somit die Haarstruktur verändert. Zudem enthalten viele der Farben giftige Inhaltsstoffe, auf die besonders Allergiker rasch mit Unverträglichkeit reagieren können.

Naturfärbemittel wie Henna benutzten schon die Ägypterinnen vor 5.000 Jahren, um ihre Hand- und Fußnägel sowie die Innenflächen der Hände gelbrot zu färben. Das Pulver stammt von den Blättern des subtropischen Cypernstrauches, einem Weiderichgewächs, das nur in Afrika und Asien vorkommt. Die im Herbst geernteten Blätter enthalten den zum Haarefärben verwendeten Farbstoff. Die Blätter, die der Baum im Frühling trägt, färben nicht und sind deshalb gut für Pflegekuren geeignet.

Die in den folgenden Rezepten verwendeten Farben können intensiv tönen oder färben. Wie die richtige Farbmischung und Einwirkungsdauer für das eigene Haar bemessen sein muss, hängt von der natürlichen Haarfarbe und der Haarstruktur ab. Auch wird dauergewelltes und mit chemischen Mitteln behandeltes Haar anders reagieren als naturbelassenes. Deshalb ist es sinnvoll, bevor Sie Ihr gesamtes Haar färben, das Resultat zunächst an einer einzelnen Strähne „zur Probe“ zu testen. Wenn Sie später die Farbe auftragen, achten Sie darauf, die Kopfhaut nicht mit einzufärben. Ziehen Sie zum Schutz der Hände Gummihandschuhe an und denken Sie auch daran, ein altes Handtuch o.ä. über die Schultern zu legen, um Ihre Kleidung zu schützen.

Los geht’s:

Sanfte Blondtönung

3 Hand voll Rhabarberwurzel
Saft von 1 Zitrone
1 Spritzer Pflanzenöl

Rhabarberwurzel ist eine Heilpflanze. Sie bekommen sie in Ihrer Apotheke – fragen Sie nach pulverisierter Wurzel. Geben Sie den Zitronensaft und das Pflanzenöl hinzu, bis ein zäher Brei entstanden ist. Fügen Sie nun etwas heißes Wasser hinzu, bis der Brei streichfähig ist. 15 Minuten stehen lassen und erneut mit etwas Wasser streichfähig machen.
Diesen Brei nach der Haarwäsche mit einem breiten Pinsel gleichmäßig auf dem Haar verteilen. Um ein optimales Farbergebnis zu erhalten, sollten Sie eine Plastikhaube aufsetzen und darüber ein Frotteehandtuch wickeln. Die konstante Wärme ist für die bessere Einwirkung der Farbe sehr wichtig. Zur Länge der Einwirkzeit sei zu sagen, dass natürlich aschblondes Haar nach einer halben Stunde Einwirkzeit eine honigblonde Tönung erhält. Prüfen Sie am besten ab und zu an einer Strähne nach, wie Ihr Haar auf die Tönung reagiert.

Eine einfache Aufhellung Ihrer Haare erreichen Sie auch mit Kamillentee, dem der Saft von einer Zitrone beigefügt wird.

Rottönung

Um einen Rotton zu erreichen, nehmen Sie
1 Tasse rot färbendes Hennapulver
1 Esslöffel Pflanzenöl

Eine Tasse voll Pulver ist ausreichend für halblanges Haar. Geben Sie zu dem Pulver angewärmtes Pflanzenöl und verrühren Sie beides zu einem zähen Brei. Nun rühren Sie so lange heißes Wasser unter, bis die Mischung glatt und streichfähig ist. Falls Sie zu trockenem Haar neigen, rühren Sie ruhig etwas mehr Öl unter die Mischung. Denken Sie nach dem Färben aber an ein besonders gründliches Auswaschen!

Auch hierbei ist Wärme bei der Einwirkzeit besonders wichtig! Wickeln Sie Alufolie und/oder ein Frotteetuch um den Kopf. Das gefürchtete Karottenrot nach Hennafärbung entsteht nur, wenn man entweder die Färbung zu lange einwirken lässt oder wenn man blond gefärbtes Haar mit Henna behandelt. Immer wieder ist es empfehlenswert, die Farbe an einer Strähne zu testen!

Für schwarzes Haar

1 Tasse schwarz färbendes Hennapulver
1 Tasse Pflanzenöl

Schwarzes Henna färbt auch wirklich schwarz! Man kann damit z.B. gut die ersten grauen Strähnchen abdecken. Diese Menge ist ausreichend für halblanges Haar. Das angewärmte Öl mit dem Pulver zu einem zähen Brei verrühren und anschließend so viel heißes Wasser zugeben, dass ein streichfähiger Brei entsteht. Das Ganze einige Minuten stehen lassen und nochmals etwas Wasser zugeben.

Um weniger intensive Farbergebnisse zu erzielen, kann man es auch zu gleichen Teilen mit dem rot färbenden Henna mischen.

Um einen Braunton zu verstärken, kann man die Haare auch regelmäßig mit schwarzem Tee spülen.

Honig-Glanzfestiger

Und nun noch ein Rezept für einen einfach herzustellenden Honig-Glanzfestiger für jedes Haar:

1 Kaffeelöffel reiner Bienenhonig
1/4 l warmes Wasser
1 Spritzer Obstessig

Die Menge reicht für halblanges Haar. Der Honig wird im warmen Wasser gelöst und der Spritzer Essig hinzugegeben. Nun massieren Sie den Festiger nach der Haarwäsche sanft in Haare und Kopfhaut ein. Er verleiht dem Haar herrlichen Glanz, gute Griffigkeit und Fülle. Nach der Honigfestigerbehandlung lässt sich das Haar gut föhnen und stylen.