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Sport und Medikamente – verträgt sich das?

Darf ich weiter Sport machen, obwohl ich Medikamente nehme?

Zu den am häufigsten Fragen gehört wohl auch die, ob mit diesem oder jenem Medikament Sport getrieben werden darf. Eigentlich eine einfache Frage, wenn man das Medikament und die Krankheit des Patienten kennt. Und schon ist aus der einfachen Frage eine schwierige geworden, die man nicht pauschal beantworten kann.

An dieser Stelle sollen nur einige Beispiele genannt werden. Die Beantwortung der Frage muss allerdings letztendlich – individuell für jeden Einzelnen – dem behandelnden Arzt oder Apotheker überlassen werden.

Grippale Infekte

Zunächst einmal ein typischer Fall: Sie haben einen grippalen Infekt mit Fieber und Schnupfen, und Sie fühlen sich so mies, wie man sich eben mit einer Grippe fühlen muss. Da man gegen die Krankheit selbst nichts machen kann, haben Sie beispielsweise Paracetamol eingenommen, um das Fieber zu senken und die Kopfschmerzen zu bekämpfen. Schon bald geht Ihr Fieber runter, und der Kopf fühlt sich auch wieder so leicht wie eh und je an.

Am liebsten würden sie sofort wieder mit dem Training loslegen. Das aber sollten Sie nicht tun, denn bei akuten Erkrankungen ist der Organismus insgesamt geschwächt, und Virusinfekte können zudem auch die Leber in das Entzündungsgeschehen miteinbeziehen. Entzündungshemmendes und fiebersenkendes Mittel wie Paracetamol, Acetylsalicylsäure und andere Substanzen bedeuten nämlich für die Leber und Niere Zusatzstress, da die Wirkstoffe über diese Organe abgebaut werden. Erst wenn Sie mindestens zwei Tage ohne diese Medikamente fieberfrei sind, können Sie guten Gewissens wieder beginnen, aber auch dann erst langsam!

Bakterielle Erkrankungen

Bakterielle Erkrankungen müssen oft mit Antibiotika behandelt werden. Auch in diesem Fall sollte man zunächst auf Sport verzichten. Die Antibiotika sind gewissermaßen Gifte, die nur auf Bakterien wirken, weil diese zum Teil andere Stoffwechsel besitzen als wir. Diese Medikamente verschaffen unserem Organismus einen kleinen Vorteil, indem sie die Bakterien soweit schwächen, dass unser Immunsystem mit ihnen fertig werden kann. Allerdings haben die Bakterien schon mehr oder weniger großen Schaden angerichtet, der repariert werden muss, was der Betroffene an verstärkter Müdigkeit, selbst nach überstandener Erkrankung, noch spüren kann.

Eine zusätzliche körperliche Anstrengung würde nun das Immunsystem in der akuten Phase eher schwächen als stärken. Die Länge der Trainingspause hängt natürlich von der Schwere der Erkrankung ab, weshalb man sich vor Wiederaufnahme des Trainings mit dem Arzt beraten sollte.

Medikamente gegen den Bluthochdruck

Wer unter hohem Blutdruck leidet und auf Blutdruck senkende Medikamente angewiesen ist, sollte seinen Arzt auf die sportliche Aktivität hinweisen. So genannte ACE-Hemmer und Kalziumantagonisten haben keinen negativen Einfluss auf die körperliche Leistungsfähigkeit, den Stoffwechsel und die Herzfrequenz unter Belastung. Auch die Ausbildung der Trainingseffekte wird nicht behindert. Die Betablocker können aber zu einer Beeinträchtigung des aeroben und anaeroben Leistungsvermögens führen.

Diese Medikamente verhindern, dass die adrenalinähnlichen Stoffe im Körper wirken können. Die Gefäße der Muskulatur können sich nicht erweitern, der erhöhte Muskelsauerstoffbedarf kann unter Belastung nicht gedeckt werden, und das Herz kann nicht schneller schlagen. Aus diesem Grund darf man unter Betablockern keinesfalls nach allgemeinen Pulsformeln trainieren. Wie stark diese Wirkung ausgeprägt ist, hängt aber vom einzelnen Präparat ab. Gerade, wenn Sie einen so genannten Betablocker einnehmen, sollten Sie vor Aufnahme des Trainings mit Ihrem Arzt sprechen und eventuell über eine andere Therapieform nachdenken.