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Milchsäure

Nachteilige Folgen von Milchsäure

Hohe Milchsäurewerte, die während intensiver Belastung entstehen, können nachteilige Folgen haben. Diese hohen Milchsäurewerte sind Ausdruck einer mangelhaften aeroben Energiebereitstellung.

Hohe Milchsäurekonzentrationen verursachen eine Übersäuerung in und um die Muskelzelle. Das saure Milieu kann verschiedene Mechanismen in den Muskelzellen ernsthaft in Mitleidenschaft ziehen.

Das aerobe Enzymsystem in der Muskelzelle kann als Werkstattkomplex betrachtet werden, in dem die aerobe Energiebereitstellung stattfindet. Dieses Enzymsystem wird durch die Übersäuerung beeinträchtigt – mit der Folge einer Abnahme des aeroben Ausdauervermögens. Es kann Tage dauern, bis das System wieder ausreichend erholt ist und die aerobe Ausdauerfähigkeit wieder ihr altes Niveau erreicht hat.

Wenn die Belastung wiederholt zu intensiv ist, also ohne ausreichende Erholungszeit, dann ist ein starker Abfall des aeroben Ausdauervermögens nicht zu vermeiden. Diese zu intensive Belastung führt zu einem Beschwerdekomplex, der als Übertraining bezeichnet wird.

Milchsäure beschädigt die Muskelzellen

Die Übersäuerung verursacht eine Schädigung der Muskelzellwand. Dadurch wird eine Leckbildung zwischen Muskelzelle und Blut verursacht. Einen Tag nach einem schweren Training können im Blut verschiedene Veränderungen festgestellt werden, u.a. eine Erhöhung des Harnstoffs und des Kreatinphosphatkinase-Gehalts – Beides Stoffe, die sonst nur in den Muskelzellen vorhanden sind. Es kann 24 bis 96 Stunden dauern, bis sich diese Werte wieder normalisiert haben.

Die Wiederherstellung der Muskelzellbeschädigung kann also lange dauern. In dieser Situation muss das Training leicht sein: das so genannte Erholungs- oder Regenerationstraining. Wenn das Training zu intensiv ist, verlängert sich die Erholungszeit.

Hohe Milchsäurewerte verringern das Koordinationsvermögen

Intensives Training, kombiniert mit hohen Milchsäurekonzentrationen, beeinträchtigz das Koordinationsvermögen. Dies ist vor allem bei Sportarten mit hohen technischen Anforderungen wichtig, wie zum Beispiel Fußball, Tennis oder Judo. Techniktraining sollte nicht bei einem Milchsäuregehalt von sechs bis acht mmol/Liter durchgeführt werden. Das Koordinationsvermögen wird so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass das Techniktraining keinen positiven Erfolg mehr haben kann.