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Muskelkater

Muskelkater - Minirisse im Muskeleiweiß

Als Muskelkater bezeichnet man das Auftreten von Muskelschmerzen nach ungewohnter muskulärer Beanspruchung, wie zum Beispiel dem ersten Tag Ihres Skiurlaubs. Er stellt sich gewöhnlich 24 bis 48 Stunden nach der Belastung ein.

Die Schmerzen sind dann meist stärker, wenn die entsprechenden geschundenen Muskeln bewegt werden. Man fühlt sich irgendwie verspannt und steif, es scheint unmöglich, sich je wieder bewegen zu können. Deshalb nennen unsere englischsprachigen Nachbarn den Muskelkater auch «muscle stiffness« (Steifheit der Muskulatur) oder «stiffness after exertion« (Steifheit nach Verausgabung).

Früher glaubte man, dass der Muskelkater eine Folge der Anreicherung von Stoffwechselprodukten im überanspruchten Muskel sei. Dabei stand die Milchsäure im Tatverdacht.

ATP – Energielieferant des Körpers

Unter normaler Beanspruchung wird der Energiebedarf des Muskels durch die komplette Verbrennung von Zucker (Glukose) zu Wasser und Kohlendioxid gedeckt. Bei diesem Verbrennungsvorgang werden pro Molekül Glukose 36 Moleküle Adenosintriphosphat (ATP) gebildet.

Dieses ATP stellt für unseren Körper das dar, was für das Auto das Benzin ist. ATP wird aus Adenosindiphosphat (ADP) oder Adenosinmonophoshat (AMP) gebildet. ADP und AMP sind gewissermaßen im Stoffwechsel die leeren Akkus und ATP der aufgeladene. Adenosintriphosphat ist unsere schnell aktivierbare Speicherform für Energie.

Es ist beispielsweise auch für die Muskelkontraktion verantwortlich. Fast alle Vorgänge im Körper benötigen dieses ATP. Das Ganze läuft aber nur, wenn genügend Sauerstoff zur Verbrennung zur Verfügung steht bzw. die Muskulatur gut trainiert ist und genug Sauerstoff aufnehmen kann. Deshalb spricht man von einem aeroben Stoffwechsel. Aero bedeutet als Wortteil Nebel oder Luft und leitet sich aus dem Griechischen ab. Sie erinnern sich, Feuer brennt auch nur mit Sauerstoff.

Unschuldig: Milchsäure

Bei zu starker Belastung oder schlechtem Trainingszustand wird der Zucker aber nur teilweise im Muskel abgebaut. Im anaeroben Muskelstoffwechsel entsteht Milchsäure (Laktat), wenn Zucker ohne Sauerstoff verbrannt wird. Das wirft einige Probleme für den Muskel auf:

1. Nur zwei Moleküle ATP sind die Ausbeute, wenn ein Molekül Glucose zu Milchsäure abgebaut wird, d.h. nur ein Achtzehntel vom aeroben Muskelstoffwechsel.

2. Da Laktat eine Säure ist, wird der Muskel sauer, doch Körperzellen funktionieren nur bei einem bestimmten pH-Wert optimal. Genau diese Milchsäureanreicherung im Muskel schrieb man nun noch vor einigen Jahren dem Muskelkater zu. Man glaubte, dass sich im Muskel Milchsäurekristalle bilden würden, die wiederum den Zellen Schaden zufügen würden. Da sich Kristalle ja bei höheren Temperaturen besser in Wasser lösen lassen, empfahl man auch Wärmebehandlungen als Therapie. Man denke an das Zitronenteepulver, das sich bekanntlich auch am besten in einem Schluck heißen Wassers auflöst. Nebenbei bemerkt, wird auch heute noch Wärme zur Linderung der Schmerzen empfohlen, allerdings aus anderen Gründen.

Unter dem Elektronenmikroskop betrachtet

Vor einigen Jahren hat man unter dem Elektronenmikroskop kleine Risse in den einzelnen Fasern der verkaterten Muskeln entdeckt. Beim Muskelkater handelt es sich also um Mini-Muskelfaserrisse. Wie alle geschädigten Zellen reagieren auch die Muskelfasern, so nennt man die einzelnen Muskelzellen, auf eine Schädigung mit Schwellung und Schmerz. Da sind wir auch schon bei den beiden Hauptsymptomen des Muskelkaters angelangt.

Kann man etwas dagegen tun?

Besondere therapeutische Maßnahmen zur Behandlung sind nicht bekannt. Allerdings kann Wärme die Beschwerden etwas lindern, da sie die Reparaturvorgänge in den Zellen unterstützt. Wärme weitet die Gefäße, und die Muskulatur wird besser durchblutet. Auch wenn man sich etwas Schonung gönnen sollte, ist leichte Weiterbewegung zu empfehlen.

Meistens geht aber alles von allein vorbei. Wenn die Beschwerden nach einer Woche nicht verschwunden sind, sollten Sie allerdings einen Arzt aufsuchen – nur, um ganz sicher zu gehen, dass nicht hinter dem Muskelkater ein Bänder- oder Muskelfaserriss steckt...

Vorsorge

Auch wenn sich der Muskelkater nicht wirklich gut therapieren lässt, kann man ihn doch oft vermeiden. Gerade vor ungewöhnlichen Belastungen sollte man sich gut aufwärmen und alle Muskeln passiv vordehnen. Die Muskeln "wissen" dann schon, was ihnen blüht, und sind darauf vorbereitet. Denken Sie immer daran, dass das Vordehnen (neudeutsch: Stretching) nicht nur dem gutartigen Muskelkater, sondern auch schwereren Verletzungen vorbeugen kann.