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Kürbis

Kürbis – lecker und gesund

Die Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) sind im tropischen Amerika beheimatet und kamen zu Beginn des 16. Jahrhunderts nach Europa, zunächst nach Italien. Heutzutage sind Kürbisse auf der ganzen Welt stark verbreitet, und in den mitteleuropäischen Ländern, besonders in Deutschland, erlebt das Wintergemüse derzeit eine enorme Renaissance.

Die Anzahl liegt derzeit bei ca. 800 verschiedenen Sorten der Gattungen Cucurbita und Lagenaria, deren Früchte meist flaschenförmig sind. Diese enorme Sortenbreite bietet eine schier unendliche Vielfalt an Farben, Formen und Größen sowie an Verwendungsmöglichkeiten sowohl als Gemüse als auch als Zierfrucht.

Zierkürbis, Gemüsekürbis und Squash

Man unterteilt die Sorten in die folgenden drei Gruppen: Zierkürbis (Gourd), Gemüsekürbis (Pumpkin) und Squash.

Zierkürbisse sind meist klein und haben einen Durchmesser von 5 bis 15 cm. Sie sind zwar nicht genießbar, weil sie nicht genug Fruchtfleisch bilden, dafür aber sehr lange haltbar.

Squash-Kürbisse haben mittelgroße bis große Früchte mit sehr fester Haut (Schale). Sie sind essbar und ebenfalls sehr lange haltbar.

Speise- oder Gemüsekürbisse sind meist rundlich und in vielen Orange-Schattierungen sowie in allen Größen zu finden; es gibt sogar weiße Sorten. Eine sehr empfehlenswerte Sorte aus dieser Gruppe ist „Baby Bear“. Die Früchte sind tieforange, rund, haben einen Durchmesser von ca. 15 bis 20 cm, sind sehr schmackhaft und zudem handlich.

Mineralstoffe und Vitamine

Das Fruchtfleisch des Kürbis schmeckt nicht nur gut, es enthält auch jede Menge Mineralien und Vitamine. Es versorgt den Körper mit wertvollen Mineralstoffen und Spurenelementen wie zum Beispiel Eisen, dass für die Blutbildung benötigt wird. Natrium, Kalium und Magnesium sind wichtig für die Aufrechterhaltung des Elektrolytgleichgewichts sowie Calcium und Phosphor, die z.B. bei der Knochenbildung benötigt werden.

Außerdem enthält der Kürbis viele Vitamine, darunter Vitamin A, wichtig für die Erhaltung der Sehkraft, und Vitamin C, das bei der Aufrechterhaltung der Immunabwehr hilft. Selen, ein essentielles Spurenelement, das in Knochen und Zähnen enthalten ist, und Vitamin E, ein wichtiges Antioxidanz, sind auch vorhanden. Die Kürbiskerne sind besonders reich an Vitamin E. Sie enthalten sogar 30 mg Vitamin E in 100 g. Nur ungeschälter Leinsamen enthält noch mehr Vitamin E.

Die essbaren Anteile der Kürbispflanze, das Fruchtfleisch und die Kürbiskerne werden seit langem auch als Heil- und Arzneimittel eingesetzt.

Kürbissamen

Kürbiskerne können vor allem verwendet werden bei Blasen- und Prostataleiden, wie z.B. Reizblase oder Miktionsbeschwerden bei gutartiger Prostatavergrößerung, eine der häufigsten Ursachen für Blasenentleerungsstörungen bei Männern. Die Kerne oder auch Samen des Kürbis enthalten Vitamin A und E, ungesättigte Fettsäuren, den Proteinbaustein Cucurbitin und die so genannten Phytosterine, pflanzliche Hormone, in konzentrierter Form. Diese wirken harntreibend und krampflösend, außerdem stärken sie die Blasenmuskulatur.

Kürbiskernöl

Kürbiskernöl enthält ebenfalls die Bestandteile des Kürbiskerns. Das Kürbiskernöl ist dickflüssig, dunkel und hat einen milden, angenehmen Geschmack. Aufgrund der gesunden Inhaltsstoffe ist es nicht nur für Salate, sondern auch für zahlreiche andere Gerichte zu empfehlen. Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren im Kürbiskernöl beeinflussen den Cholesterinspiegel und können helfen, ihn zu senken. Die enthaltene Linolsäure beeinflusst die Immunreaktionen der Körperzellen, stärkt das Nervensystem und unterstützt viele Stoffwechselvorgänge im Körper.

Fruchtfleisch

Das Kürbisfleisch wirkt abführend und entwässernd, aufbauend und abwehrstärkend. Kürbis wird daher auch angewendet bei Magen- und Darmerkrankungen sowie Herz- und Nierenleiden. Die Wirkung beruht u.a. auf dem hohen Anteil an Kalium und Magnesium, der zur Remineralisierung des Organismus beiträgt. Der hohe Gehalt an Antioxidantien (Vitamin A, C und E) schützt vor Zellschäden und verlangsamt so die Zellalterung.

Auch zur Unterstützung einer Diät ist Kürbisfruchtfleisch geeignet. Es ist vor allem zu empfehlen, weil die Frucht wenig Kalorien, aber viele Mineralstoffe und Vitamine bei hohem Wassergehalt enthält und so den Körper mit dem Nötigsten versorgt. Der Nährwert von 100g Fruchtfleisch liegt bei nur ca. sechs Kalorien.

Kürbiskernöl als Hautbalsam

Auch in der Kosmetik und Hautpflege kann der Kürbis eingesetzt werden. Einreibungen mit Kürbiskernöl helfen bei rissiger Haut an Händen und Füßen. Eine Kürbismaske versorgt die Haut mit Vitaminen und Feuchtigkeit. Die Frucht tut daher vor allem auch ausgetrockneter und strapazierter Haut sehr gut. Es gibt zahlreiche Kürbis-Packungen. Die Zutaten variieren, aber Hauptbestandteil ist das Kürbisfleisch, welches mit Kürbiskernöl angereichert sein kann.

Kürbis und Halloween

Am 31. Oktober ist Halloween, ein ursprünglich auf den britischen Inseln und in den USA begangenes Fest zur Feier des Winteranfangs, das mit Opfern, Feuer und Maskeraden Geister, Hexen und Dämonen vertreiben sollte. Der Name Halloween (von „all hollows evening“) bezeichnet dabei den Abend vor Allerheiligen. Das Fest ist in den vergangenen Jahren auch in Mitteleuropa immer populärer geworden. Überall werden Halloween-Partys gefeiert, Häuser und Gärten werden mit schaurig-schönen Kürbisgesichtern und Dekorationen geschmückt.

Die großen Gemüsekürbisse werden ausgehöhlt und mit Gesichtern versehen, was allerdings etwas Übung erfordert. Derartig präparierte Kürbisse halten ca. eine Woche, je nachdem, wie sauber sie ausgehöhlt worden sind.

Rezepttipp

Lecker und schnell gemacht ist zum Beispiel eine Kürbiscremesuppe: Eine gehackte Zwiebel in wenig Olivenöl andünsten und gewürfeltes Kürbisfleisch von einem Speisekürbis hinzufügen. Dann Gemüsebrühe dazugeben und das Ganze ca. 15 Minuten köcheln lassen. Die Masse nun mit dem Pürierstab zermusen. Abschließend mit Salz und Pfeffer und einem Schuss Kürbiskernöl abschmecken. Dazu zum Beispiel gebratene Pilze mit Petersilie servieren. Guten Appetit!