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Fasten

Fasten – eine heilende Wirkung

Unter den Überbegriff Fasten bzw. Heilfasten fallen verschiedene Formen des Fastens.

Dazu zählt das Wasserfasten, bei dem man nur Quell- oder Mineralwasser zu sich nimmt (zwischen eineinhalb und drei Liter pro Tag).

Beim Teefasten trinkt man mehrmals am Tag zwei Tassen verschiedener Kräutertees – ohne Süßungsmittel – und zusätzlich noch Wasser zwischendurch.

Beim Rohsäftefasten trinkt man drei- bis fünfmal täglich frisch gepressten Obst- oder Gemüsesaft und wieder auch Wasser zwischendurch.
Beim Molkefasten trinkt man einen Liter Molke über den Tag verteilt und zusätzlich Kräutertees und Frischpflanzensäfte.

Das Buchinger-Fasten besteht darin, dass man Kräutertees, Gemüsebrühen, Obst und Gemüsesäfte zu sich nimmt.

Wer darf fasten?

Wenn Sie sich gesund und normal leistungsfähig fühlen (bei Zweifeln fragen Sie lieber vorher Ihren Arzt oder Apotheker), steht einer Fastenwoche zu Hause eigentlich nichts im Wege. Wenn Sie jedoch gerade eine Operation hinter sich haben, schwanger sind oder stillen, verschieben Sie Ihren Fastenwunsch lieber noch um eine Weile. Wenn Sie Dauermedikamente wie z.B. Blutverdünnungsmittel (Marcumar) einnehmen müssen, sprechen Sie bitte auf jeden Fall zunächst mit Ihrem Arzt.

Die Grundregeln des Fastens

Nur trinken (Tee, Obstsäfte, Gemüsebrühe, Wasser), und zwar mehr, als der Durst verlangt. Nichts essen! Alkohol, Nikotin oder Süßigkeiten gehören ebensowenig in den Fastenplan!

Ideal ist es, sich in der Fastenzeit auch von alltäglichen Verpflichtungen zu lösen (Terminkalender und Telefon, Radio, Fernsehen) – Sie werden merken, wie schnell Sie sich selbst näher kommen.

Gehen Sie ganz auf Ihre Bedürfnisse ein: Schlafen Sie, wenn Sie sich müde fühlen, oder treiben Sie Sport, wenn Sie möchten. Schaffen Sie ein Wohlgefühl für sich und Ihren Körper. Fördern Sie alle Ausscheidungen: Der Darm muss regelmäßig entleert werden (Darmspülungen), durch das viele Trinken werden die Nieren gespült.

Sie werden schnell merken, dass Sie in der Fastenzeit empfindsamer sind als normalerweise. Weiterhin können Sie sich auch körperlich weniger belastbar fühlen, der Kreislauf kann sogar zeitweise etwas labil sein. Vielleicht können Sie sich auch nicht mehr so gut konzentrieren.

Vorteilhaft ist es übrigens, wenn Sie die Einkäufe der benötigten Lebensmittel für Ihre Fastenwoche schon vorher besorgen, sodass Sie auch von dieser leidigen Pflicht entbunden sind.

Die Fastenwoche

Das Fasten selbst beginnen Sie am besten mit einer gründlichen Darmreinigung. Vielleicht reicht es, wenn Sie morgens ein Glas Molke, Buttermilch oder Sauerkrautsaft trinken. Falls dies nicht reicht, können Sie es auch mit einer Mischung aus 40g Glaubersalz in 3/4l Wasser versuchen. Dies trinken Sie innerhalb von 15 Minuten (Vorsicht bei magen- und darmempfindlichen Menschen). Schonender als Glaubersalz ist ein Einlauf (besorgen Sie sich vorher einen entsprechenden Klistierbehälter). Die regelmäßigen Darmentleerungen sind auch im Verlauf des Fastens sehr wichtig, da über den Darm die Giftstoffe, die sich ja jetzt vermehrt lösen, ausgeschieden werden. Der Einlauf wird allgemein jeden zweiten Tag empfohlen.

Der Körper schaltet erst allmählich von „Aufnahme“ auf „Ausscheidung“ um. Die innere Ernährung beginnt und damit schwindet auch der Hunger. Falls es doch einmal Hungerattacken gibt, trinken Sie ein halbes Glas Wasser, nehmen Sie aber bitte keine Appetitzügler zu sich. Das Hungergefühl wird sich von Tag zu Tag mehr legen. Sie werden an Ihrem veränderten Körpergeruch auch merken, wie viele Giftstoffe den Körper über die Haut verlassen.

Ein gesteigertes Bedürfnis zum Duschen/ Baden ist ganz normal. Achten Sie bei Ihrer Kleidung auf Naturfasern, damit der Schweiß auch aufgenommen wird. Ein vermehrtes Kältegefühl ist ebenso ganz normal. Ihr Körper hat sich im Fasten auf Sparschaltung umgestellt: Ziehen Sie sich ausreichend warm an bzw. bewegen Sie sich mehr.

Aufbautage nach dem Fasten

Am Ende Ihrer Fastenwoche sollten Aufbautage stehen, die als Verbindung zum normalen Alltags-Essen stehen sollten. Ihr Körper hatte in der Fastenwoche die Produktion von Verdauungssaft eingestellt, jetzt muss er langsam wieder damit beginnen. In diesen ein bis drei Aufbautagen sollten Sie sich von Obst, Kartoffel-, Tomaten- oder Gemüsesuppen, Brot mit leichtem Belag und weiterhin von Molke/Sauerkrautsaft ernähren.

Wichtig bei jeder Mahlzeit: Nehmen Sie sich ausreichend Zeit! Versuchen Sie, jeden Bissen 35 Mal zu kauen, essen Sie schweigend, und konzentrieren Sie sich richtig auf das Esserlebnis. In der Fastenwoche haben Sie ja gemerkt, mit wie wenig Nahrung ein Mensch eigentlich zurechtkommt. Vielleicht schaffen Sie es ja nun, neue Verhaltensweisen mit in Ihr Alltagsleben hinüber zu nehmen: Lassen Sie die Mahlzeit z.B. aus, auf die Sie keinen Hunger haben. Planen Sie Ihre nächste Fastenwoche schon jetzt fest ein – vielleicht mit ein paar Freunden zusammen.