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Bananen

Die gelbe Designerdroge

Die Rede ist von der Banane. Hätte ein Food-Designer sie erfunden, wäre er wahrscheinlich berühmter als der Papst und reicher als Rockefeller geworden. Die Banane – eine perfekte Symbiose aus Form und Funktion. Die Verpackung ist sogar hundertprozentig biologisch abbaubar, dem Zeitgeist ist also auch genüge getan.

Deutschlands zweitliebste Frucht war die Banane nur bis 1989. Damals lag sie mit ungefähr zehn Kilogramm pro Kopf und Jahr an Stelle zwei hinter den Äpfeln. Bereits ein Jahr später war der Verzehr mit dem Fall der Mauer auf 27 Kilogramm pro Kopf angestiegen. Damals wie heute muss sie nach EU-Richtlinien mindestens 14 Zentimeter lang sein und einen Durchmesser von 2,7 Zentimeter haben. Man beachte auch die anderen schlanken Werte einer Banane:

  • 115 kcal
  • 1,5 g Eiweiß
  • 0,25 g Fett
  • 25 g wertvolle Kohlenhydrate
  • 4 g Ballaststoffe
  • 90 g Wasser

400 Sorten weltweit

Es existieren ungefähr 400 Sorten auf der Erde, wovon nur vier bis fünf auch auf unseren Obsttheken landen. Die kleinen Markenaufkleber sagen nur wenig über die Sorte oder das Herkunftsland aus, sondern sind fast immer nur Markennamen. Je nach Markt stammen sie aus Ecuador, Kolumbien oder wo auch immer Bananen angebaut werden. Dort werden sie meist noch grün gepflückt und eingeschweißt. Die Reifung bzw. der Kuss, der den grünen Frosch zum gelben Prinzen werden lässt, geschieht erst bei uns oder auf der Reise.

Um vollständig reif und gelb werden zu können, benötigen die Bananen das Gas Ethylen, welchem sie aber erst kurz vor dem Verkauf in großen Hallen ausgesetzt werden. Dieses Gas wird übrigens auch von Äpfeln und Tomaten verströmt. Wenn Ihnen also eine Banane zu grün erscheint, kaufen Sie ihr doch ein paar Tomaten oder Äpfel als Spielgefährten, dann wird sie schneller gelb und süß.

Gehört in jeden Aktenkoffer und in jede Sporttasche

Keine andere Obstsorte enthält mehr Kohlenhydrate. Mit einem Kohlenhydratanteil von rund 20 Prozent haben Bananen doppelt so viel wie Äpfel. Auch die Zusammensetzung ist geradezu ideal: Die Einfachzucker, wie Trauben- und Fruchtzucker, werden vom Körper sofort aufgenommen und stellen damit extrem schnell Energie zur Verfügung. Neben ihrem süßen Geschmack helfen sie durch das kleine Leistungstief, das sich manchmal im Büro oder beim Sport einschleicht. Mehrfachzucker, Stärke und Ballaststoffe sind ebenfalls reichlich enthalten. Aus der Stärke werden erst nach und nach Einfachzucker freigesetzt, der Körper wird noch für längere Zeit mit Energie versorgt.

Welche Kohlenhydrate vornehmlich enthalten sind, hängt vom Reifegrad ab. Je reifer die Banane ist, um so mehr Einfachzucker sind enthalten und um so süßer ist sie. Die Mehrfachzucker werden bei der Reifung zu Einfachzucker abgebaut. Damit wird sie auch viel leichter verdaulich.

Auf Grund des hohen Magnesiumgehalts gehört sie schon lange zur Erste-Hilfe-Ausrüstung von Sportlern. Fehlt Magnesium, kann es zu Krämpfen kommen. Eine Banane deckt ein Sechstel des Tagesbedarfs.

Bananen können Vitamin C herstellen

Im Gegensatz zu uns Menschen besitzen Bananen ein Enzym, das aus Zucker Vitamin C herstellen kann. Mit dem Reifungsprozess steigt also auch der Vitamin-C-Gehalt. Eine sonnengelbe Banane enthält bis zu 12 Milligramm davon. Als wenn das nicht genug wäre, deckt eine Frucht ungefähr ein Drittel des täglichen Vitamin-B6-Bedarfs. Ernährungsexperten bescheinigen diesem Vitamin eine beruhigende Wirkung. Es soll gegen Nervosität helfen und für einen ruhigen Schlaf sorgen.

Die richtige Behandlung

Diese Tropenfrucht gehört nicht in den Kühlschrank, sie ist sehr kälteempfindlich. Als optimale Lagerungstemperatur ist 12 °C zu empfehlen, am besten am schön luftigen Haken. Geschält und einzeln verpackt kann man sie aber einfrieren. Zum Nachreifen, wie schon oben beschrieben, eignet sich am besten die enge Nachbarschaft zu Äpfeln und Tomaten. Um diese Wirkung noch zu verstärken, kann man alles gemeinsam in Zeitungspapier wickeln.