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Muskulatur wird zum Halteapparat degradiert

Chronische Übersäuerung führt zu Rückenproblemen

Anhaltende Rückenbeschwerden können Zeichen einer chronischen Übersäuerung sein. Schmerzen im Rücken können den Alltag zur Tortur werden lassen. Wer nicht schnell reagiert, muss damit rechnen, dass Schonhaltungen die Beschwerden verschlimmern. Daher sind Verspannungen und Muskelschmerzen nach Erkältungskrankheiten der zweithäufigste Grund, warum Patienten den Arzt aufsuchen. ''Dabei sind Rückenschmerzen eigentlich keine eigene Krankheit, sondern ein erstes Warnsignal, dass das komplizierte Zusammenspiel von Wirbeln, Bändern und Bandscheiben gestört ist'', erklärt Dr. Klaus Tiedemann, Sportmediziner aus Moosburg.

''Hinter den Beschwerden verbergen sich meist Bewegungsmangel und monotone Alltags-Haltung'', erläutert der Mediziner. Statt sich immer wieder in eine neue Position zu begeben, säßen oder stünden viele Menschen minuten- oder gar stundenlang absolut still. Das sei nicht gesund. ''Die Muskulatur wird so zum reinen Halteapparat degradiert'', kritisiert der aus dem Fernsehen bekannte Experte. Damit sich die Beschwerden nicht im Schmerzgedächtnis festsetzen, werden vielen Patienten zur Soforthilfe Schmerzmittel verordnet. Zusätzlich werden entzündungshemmende und muskelentspannende Medikamente gegeben.

Ist die Bewegungsfreiheit einigermaßen wieder hergestellt, kann an eine Änderung des Lebensstils gedacht werden. Denn: ''Anhaltende Rückenbeschwerden können Zeichen einer langjährigen Übersäuerung sein'', weiß Dr. Tiedemann. ''Beschleunigt wird der Prozess der Übersäuerung oft noch durch falsche Ernährung, vor allem durch zu viel Fleisch, zu wenig Obst und Gemüse und zu wenig Bewegung.''

Um die Säureeinlagerungen im Bindegewebe zu neutralisieren und auszugleichen, setzt der Arzt in seiner Praxis auf Entsäuerung durch gesunde Ernährung und die Einnahme von Basengranulat aus der Apotheke, das einfach in Joghurt, Orangensaft oder Suppen eingerührt wird. Von Woche zu Woche linderten sich bei vielen Patienten die Beschwerden. Nach eineinhalb Monaten könnten etliche auf die Schmerzmittel verzichten.

(Quelle: djd/ pt; Foto: djd/ Basica)