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Diabetes

Ernährung bei Diabetes

Der Diabetes entsteht durch einen Mangel an Insulin. Insulin ist ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird und die Glucose (Endstufe des Zuckers im Abbau) in den Blutkreislauf befördert. Von dort aus wird die Glucose zur Energiegewinnung in die Körperzellen gesandt.

Ist nicht genügend oder kein wirksames Insulin vorhanden, kann die Glucose nicht in die Zellen einwandern und verbleibt im Blut. Dadurch entsteht ein hoher Blutzuckerspiegel. Zusätzlich versuchen die Zellen, ihre Energie aus den Fettzellen zu bekommen. Die daraus entstehenden Abbauprodukte führen zur Übersäuerung und zu Durchblutungsstörungen. Fatale Erkrankungen können die Folge sein.

Warnhinweise auch bei schlechter Einstellung sind:

unstillbarer Durst, häufiges Wasserlassen, Konzentrationsschwäche und Leistungsminderung.

Diagnose

Blut- und Urinzuckerbestimmung: vor dem Essen 120 mg/dl und 2 Std. nach dem Essen 140 mg/dl. Ein Zuckerbelastungstest ist möglich.

Diabetes Typ 1

Insulinproduktion ist zu niedrig oder fehlt ganz: Insulinpflicht und ständige Selbstkontrolle.

Diabetes Typ 2

Übergewicht und Bewegungsmangel sind die Ursache. Zellen können das vorhandene Insulin nicht richtig verarbeiten (Insulinresistenz). Behandlungsmöglichkeiten: Abnehmen und viel Bewegung! Tabletten, evtl. muss später gespritzt werden; Wissen über die Krankheit und Mitarbeit des Patienten ist erforderlich!

Ernährung

Wichtig ist, dass reiner Zucker durch andere, möglichst langkettige Kohlenhydrate ersetzt wird. Bei Süßspeisen tauschen Sie Zucker gegen Süßstoff aus. Beachten Sie, dass Zucker ein Gewohnheitsfaktor ist. Man kann sich den Zuckerkonsum auch abgewöhnen!

Anleitung

Um die Bauchspeicheldrüse zu entlasten, sollten Sie mehrere kleine Mahlzeiten zu immer gleichen Zeiten zu sich nehmen. Programmieren Sie Ihren Körper darauf. Ihr Körpergewicht reduzieren Sie durch Einschränken von Fett (Soßen, Schokolade, Wurst und Süßigkeiten). Stattdessen ausreichend Gemüse und Vollkornprodukte essen – das schadet im Übrigen sowieso nie und gibt zudem noch eine reinere, gute Haut.

10 – 20% Eiweiß, 30% Fett, 50% Kohlenhydrate

Fette sollten überwiegend pflanzlich sein wegen der mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Generell gilt: Reduzieren Sie die Fettaufnahme. Bevorzugen Sie ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornbrot und -nudeln, Gemüse, Vollkornreis und Kartoffeln. Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel sind in geringen Maßen erlaubt: Zucker, Honig, Kuchen – aber nur, wenn sie gleichzeitig mit anderen Lebensmittel verzehrt werden.

Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel gelangen direkt ins Blut, wobei Stärke lange braucht und stetig ins Blut gelangt. Daher sollten Lebensmittel mit viel Stärke (s.o.) bevorzugt werden.

Obst nach Geschmack oder Tabelle einschätzen. Viel trinken! Wasser, Tee. Milch ist kein Getränk, sondern ein Nahrungsmittel. Bei Insulin oder Sulfonylharnstoff ist Not-Kohlenhydrat sehr wichtig, z.B. in Form von Traubenzucker. Alkohol meiden!

Bei zusätzlicher Hypertonie Salzzufuhr einschränken. Insulin auf die Mahlzeiten abstimmen. Fertigprodukte, wie z.B. Kekse, enthalten Broteinheiten- oder Kohlenhydrateinheiten-Angaben auf der Packung. Da die Zusammensetzung nicht beeinflussbar ist, sollten Sie diese Produkte selbst zubereiten. Oft ist auch der Fettanteil unnötig hoch. Bei der Eigenherstellung bleiben auch Vitamine & Co besser erhalten. Kohlenhydrate durch Wiegen und Austauschtabelle einschätzen lernen.

Weniger Süßes

Zuckeraustauschstoffe haben den gleichen Energieanteil wie Zucker und werden oft auch in Glucose-Teile zerlegt. Deshalb sind sie ungünstig. Besser sind Süßstoffe mit einem relativ kleinen Energieanteil. Sie werden auf Basis von Eiweißbaustoffen hergestellt. Bei beiden ist die abführende Wirkung zu beachten. Günstig wäre es, den Süßkonsum insgesamt zu reduzieren und den natürlichen Geschmack der Speisen zu genießen.

Die Berechnung der Kohlenhydrate in den Lebensmitteln erfolgt mittels einer Austauschtabelle und sollte ins Gefühl übergehen. Bei Feiern u.Ä. können Sie mitmachen, sollten aber auch da ein Auge darauf haben bzw. zu Hause ausgleichen. Die Zubereitung der Speisen sollte möglichst fettarm erfolgen, zum Beispiel chinesisch, d.h. Dünsten mit wenig Fett, Gemüse lieber in Rohkostform verzehren.