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Darmkrebs

Darmkrebs und Ernährung

Die Ursachen für die Entstehung von Darmkrebs sind noch ungeklärt. Man kennt jedoch bestimmte Faktoren, die das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, erhöhen. So scheint eine gewisse erbliche Veranlagung zu bestehen.

Darüber hinaus kann auch die Ernährungsweise Einfluss auf die Entstehung von Darmkrebs haben: Eine ballaststoffarme, fett- und fleischreiche Kost erhöht das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Sie ist deshalb so schädlich, weil die Verweildauer der Nahrung im Darm mit den bei der Verdauung entstehenden Giften ungleich länger ist als bei faserreicher und fettarmer Kost.

Sie können durch bestimmte Ernährungsgewohnheiten Ihr persönliches Darmkrebsrisiko verringern. Im Falle einer Krebserkrankung von Schuld zu sprechen oder davon, dass falsches Handeln die Ursache für den Ausbruch der Krankheit war, ist sinnlos. Sinnvoll hingegen ist, sich aktiv gegen die Erkrankung zu wehren.

Nachfolgend finden Sie einige wichtige medizinische Studien, die zum Thema Darmkrebs und Ernährung Stellung nehmen:

Fazit 1: Weniger Fleisch und tierische Fette!

Nach einer Studie der Harvard Medical School an 51.000 Männern lag bei denen, die viel Fleisch und tierisches Fett aßen, das Krebsrisiko um 80 Prozent höher. Man kam ferner zu dem Schluss, dass die hohe Aufnahme von Vitaminen und sekundären Pflanzeninhaltsstoffen vor dem schädlichen Einfluss krebserregender Substanzen wie freie Radikale schützen. Ballaststoffe bewahren vor Darmkrebs, weil sie gefährliche Substanzen binden und durch bessere Verdauung schnell aus dem Körper befördern.

Ein britisches Expertenkomitee macht sogar falsche Ernährung für bis zu ein Drittel aller Krebsfälle verantwortlich. Chefmediziner Sir Kenneth Colman rät zu einem Fleischkonsum, der 90 Gramm pro Tag nicht überschreiten sollte, sonst könne die Krebsgefahr steigen. Wer dagegen seinen Gemüsekonsum steigere, könne Darmkrebs vorbeugen, in Kombination mit mehr Obst (insgesamt fünf Portionen pro Tag) sinkt auch das Magenkrebsrisiko.

Fazit 2: Mehr Fisch!

Durch die tägliche Aufnahme von 200 Mikrogramm des in Fisch reichlich enthaltenen Spurenelements Selen sinkt das Krebsrisiko um durchschnittlich 37 Prozent. Das ergab eine Studie an 1.300 Personen, die im Journal der American Medical Association publiziert wurde.

Regelmäßige Seleneinnahme senkte das Risiko für Prostata-, Dickdarm- und Lungenkrebs deutlich. Vor Haut-, Brust-, oder Blasenkrebs bot Selen laut Untersuchung jedoch keinen Schutz. Selen findet sich auch in Getreide.

Fazit 3: Mehr Obst und Gemüse!

„In epidemiologischen Studien erweisen sich pflanzliche Fasern, Beta-Carotin, Vitamin C, Vitamin E und Calcium als Faktoren, die das Darmkrebsrisiko senken“, sagt Prof. Bernt-Peter Bebra vom Institut für Sozialmedizin an der Uni Magdeburg.

Um die positive Wirkung zu nutzen, die von Wirkstoffen (Anthrocyane, Carotinoide und Flavinoide) in Pflanzen ausgeht, sollten frische Waren verzehrt werden und keine Vitamin-Pillen.

Forscher der Universität Connecticut, USA, haben Nahrungsmittel auf zellschützende Substanzen untersucht. Bei diesen zellschützenden Substanzen handelt es sich um die so genannten Antioxidantien. Sie bewahren unsere Körperzellen vor aggressiven Sauerstoffverbindungen (freie Radikale).

Bis zu 10.000 Mal täglich greifen sie einzelne Körperzellen an. Sind die Zellen nicht robust genug, wird ihre Hülle durchlässig. Die Folgen: ein gestörter Zellstoffwechsel, angegriffenes Erbgut und im schlimmsten Falle Krebs. Antioxidantien in der Nahrung fangen die freien Radikale ab, indem sie sich wie ein Schutzmantel um die Zellen legen.

Die Untersuchung ergab eine Liste mit 20 Gemüsesorten, die einen sehr hohen Gehalt an Antioxidantien aufweisen. Die Zahl in der Klammer ist eine relative Maßzahl für den Antioxidantiengehalt (je höher, desto besser).

1. Grünkohl (24.1)
2. Knoblauch (23.2)
3. Spinat (17.0)
4. Rosenkohl (15.8)
5. Alfalfa-Sprossen (14.5)
6. Brokkoli (12.9)
7. Rote Beete (11.7)
8. Rote Paprika (8.1)
9. Mais (7.2)
10. Zwiebeln (5.6)
11. Auberginen (5.1)
12. Blumenkohl (5.1)
13. Kartoffeln (4.6)
14. Weißkohl (4.6)
15. Kopfsalat (4.1)
16. Möhren (3.4)
17. Strauchbohnen (3.9)
18. Eisbergsalat (2.3)
19. Sellerie (1.1)
20. Gurken (1.1)

Die Forscher gaben darüber hinaus eine Liste mit Empfehlungen heraus, die einen optimalen Nutzen aus den genannten Gemüsesorten gewährleisten. Hier sind die Kernaussagen:

  • Je farbintensiver, desto gesünder.
    Denn Farbstoffe (z.B. Carotinoide oder Flavinoide) wehren feindliche Zellen ab. Deshalb sollten Sie tiefgrüne (Grünkohl, Spinat) oder orangefarbene Sorten (Möhren, Kürbis) den blasseren vorziehen.
  • Je zerlegter, desto besser.
    Hacken, Schneiden, Kauen setzen „Entgiftungsenzyme“ frei.
  • Je bitterer, desto effektiver.
    Die Bitterstoffe (Saponine), z.B. in Rosenkohl, schützen vor Krebs.
  • Reifes Freilandgemüse enthält mehr Flavinoide als Treibhausgemüse.
  • Die kräftig grünen Randblätter von Salat oder Kohl nicht wegwerfen! Hier stecken reichlich der gesunden Farbstoffe drin. Besser: gut waschen und essen.

Fazit 4: Mehr Soja!

Soja senkt das Krebsrisiko – diese Wirkung sagen Wissenschaftler sojahaltigen Nahrungsmitteln schon seit einiger Zeit nach. Jetzt haben sie herausgefunden, warum das so ist: Ein wichtiger Bestandteil des Sojas, das so genannte Genistein, unterdrückt die Produktion von Stressproteinen in den Zellen. Diese Proteine helfen Krebszellen dabei, sich erfolgreich gegen Angriffe des Immunsystems zu wehren.

Bei Chinesen und Japanern gehört Genistein zu den natürlichen Bestandteilen ihres Speiseplans, erklärte Dr. Amy S. Lee, Biochemie-Professorin an der Southern California University in Los Angels. Sie haben deshalb ein geringeres Risiko, an Brust-, Prostata- oder Darmkrebs zu erkranken.

Ob Genistein allein für die Krebs hemmende Wirkung verantwortlich ist oder eine sojatypische Kombination aus Genistein und anderen Komponenten, sei noch nicht ausreichend geklärt, so Dr. Lee. Diese Verbindung soll nun in weiteren Studien überprüft werden.

Fazit 5: Mehr Mut zu Knoblauch!

Auch der Knoblauch steckt voller Antioxidantien, die die oben beschriebene Radikale eliminierende Wirkung aufweisen.

Darüber hinaus enthält der Vampirschreck eine Substanz namens Diallyl-Sulfat, die für den charakteristischen Knoblauchgeschmack verantwortlich ist. Professor Chung Yang vom Rutger´s College of Pharmacy fand heraus, dass Diallyl-Sulfat in der Lage ist, die Aktivität der krebserregenden Anteile im Zigarettenrauch zu reduzieren. Dies geschieht wahrscheinlich durch die Unterdrückung eines körpereigenen Enzyms, das Umweltchemikalien in Gift umwandelt.

Dr. Shivendra Singh vom Krebsforschungsinstitut am Hospital of Pittsburgh fand in Tierversuchen heraus, dass Sulfide im Knoblauch die Mutation von Genen minimieren, die in deren Folge durch veränderte Eiweiße ein unkontrolliertes Wachstum der Zellen auslösen können.

Kleiner Tipp: Vor Verwendung der Knoblauchzehen sollten sie fein klein gehackt und ca. zehn Minuten stehen gelassen werden, da die vor Krebs schützenden Substanzen durch enzymatische Vorgänge im Saft der Zehen erst entstehen müssen.

Fazit 6: Öfter mal „Teatime“!

Schwarzer und grüner Tee eliminieren freie Radikale, die Krebs verursachen können. Tranken Testpersonen ihren Tee mit Milch, konnten vor Krebs schützende Auswirkungen nicht mehr beobachtetet werden. Ohne Milch ergab sich für beide Teesorten die gleiche Schutzwirkung.

Nur im Reagenzglas erwies sich grüner Tee als sechsfach wirksamer. Das ergab eine Untersuchung am nationalen Institut für Ernährung in Rom. Den hier beschriebenen Schutzeffekt führen die Forscher auf die in den Teesorten enthaltenen Polyphenole zurück.

Fazit 7: Kaffeeklatsch erwünscht!

Kaffee macht nicht nur wach, es senkt auch die Gefahr, an Darmkrebs zu erkranken. Dabei gilt: je mehr Kaffee, desto weniger Krebs, so das Ergebnis von 17 Einzelstudien der letzten Jahre, das im American Journal of Epidemiology veröffentlicht wurde.

Das Ergebnis: Wer täglich mehr als vier Tassen Kaffee trinkt, senkt sein Darmkrebsrisiko um 24 Prozent, so Dr. Edward Giovannuci von der Harvard School of public Health in Boston. Vermutete Ursachen: Kaffee beschleunigt die Darmentleerung, die Kontaktzeit zu giftigen Stoffen wird daher verkürzt. Darüber hinaus enthält Kaffee Substanzen, die krebserzeugende Mutationen verhindern können.

Liegen Herz- und Kreislauferkrankungen vor, sollte allerdings mit dem behandelnden Arzt diesbezüglich Rücksprache genommen werden.