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Vitamin C

Die Geschichte des Vitamin C

Vitamin C hat schon eine sehr lange Geschichte, wobei die Wichtigkeit dieses Vitamins zuerst nur durch die Folgen seines Mangels in der Nahrung auffiel.

Aus Mangel an den Vitaminen C und D resultierte die Krankheit Skorbut, die vor allem bei Seefahrern und Soldaten gefürchtet wurde. Berichte über Skorbutepidemien auf Schiffsexpeditionen, Entdeckungsfahrten und in Kriegen existieren schon seit dem Mittelalter. Die ersten Symptome von Skorbut sind Müdigkeit und Konzentrationsverlust, es folgt Zahnfleischbluten und verstärkte Anfälligkeit für Infektionskrankheiten. Im weiteren Verlauf treten Gelenkentzündungen und Muskelschwund auf, der schließlich im Herzversagen endet. Viele Seefahrer ließen so ihr Leben.

Mit Sauerkraut gegen Skorbut

Zuerst galt die Krankheit als unheilbar, weil die Ursache nicht bekannt war. Doch im 16. Jahrhundert erkannte man langsam, dass der Verzehr von Zitrusfrüchten und frischem Gemüse den Ausbruch verhindern konnte. Es dauerte zwar noch zwei Jahrhunderte, bis sich diese Beobachtung durchsetzte, aber um 1752 bewies der englische Schiffsarzt James Lind den Zusammenhang. 1776 erhielt der Seefahrer James Cook sogar eine Auszeichnung dafür, dass keiner seiner Leute an Skorbut erkrankte. Seine Methode war es, Sauerkraut als Nahrungszusatz servieren zu lassen, was anfangs erst auf große Ablehnung stieß. 1795 war es dann so weit, dass der britische Admiral befahl, dass alle Matrosen täglich eine Portion frischen Limonensaft erhalten sollten.

Der tatsächliche, wissenschaftliche Beweis und die genaue Austestung antiskorbutischer Nahrungsmittel erfolgten aber erst letztes Jahrhundert. 1928 gelang es Albert Szent-Györgyi, reines Vitamin C zu isolieren, und 1932 erkannten die amerikanischen Forscher Waugh und King, dass es sich bei der isolierten Substanz um Vitamin C handelte. In den siebziger Jahren wurde vor allem durch Linus Pauling weiter geforscht, und bis heute ist Vitamin C Grundlage vieler wissenschaftlicher Arbeiten, bei denen immer wieder neue Eigenschaften herausgefunden werden.

Vitamin, was ist das?

Der menschliche Körper ist nicht in der Lage, Vitamine selbst herzustellen, d.h., sie müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Vitamine sind für die Aufrechterhaltung vieler Stoffwechselvorgänge unabdingbar und werden also für einige lebenswichtige Körperfunktionen benötigt. Wie wichtig Vitamine wirklich sind, fällt meist erst dadurch auf, wenn man die vielen Mangelerscheinungen berücksichtigt. Von Konzentrationsschwäche über Haut- und Fortpflanzungsprobleme sind die Symptome sehr vielfältig.

Vitamin C ist an unzähligen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Es ist unentbehrlich für die Erhaltung von Knochen, Bindegewebe und Heilungsprozessen, z.B. der Haut. Vitamin C stärkt die körpereigene Abwehr und ist ein Radikalfänger. Radikale sind aggressive Substanzen, die durch zugeführte chemische Stoffe oder Strahlung entstehen. Bei Überschuss an Radikalen kann es zu Schädigungen des Erbguts, der Zellmembranen und von Eiweißen kommen. Die Folgen sind Arterienverkalkung, Krebs und degenerative Erkrankungen, wie z.B. Rheuma. Ganz klar, dass die Zufuhr von Vitamin C als Radikalfänger prophylaktisch wirken kann.

Weniger ist mehr

Es gibt sogar Forscher, die sich fragen, ob Vitamin C genauso wichtig ist wie Sauerstoffaufnahme und Verstoffwechslung von Vitamin C. Der Mensch ist im Gegensatz zu manchen Tieren nicht mehr in der Lage, Vitamin C selbst zu produzieren. Er muss es also mit der Nahrung aufnehmen.

Wichtig dabei ist: Je mehr Vitamin C man auf einmal zu sich nimmt, desto weniger nimmt der menschliche Körper auf. Das bedeutet, dass kleine Portionen am besten im Dünndarm resorbiert werden. Über den menschlichen Darm können nur begrenzte Mengen aufgenommen werden. Am besten ist es also, viele kleine Portionen zu sich zu nehmen. Mengen von 100–200 mg sind am effektivsten.

Vitamin C ist hitzeempfindlich. Deswegen sollte man beim Zubereiten vitaminhaltiger Gemüsesorten schonende kurze Kochmethoden anwenden. Auch Aufwärmen und Lagern verringern den Vitamingehalt. Empfohlen werden 100 mg Vitamin C pro Tag, um Skorbut vorzubeugen. Um zu wissen, welches Nahrungsmittel besonders Vitamin-C-haltig ist, werden im Folgenden einige Werte aufgelistet.

Durchschnittlicher Vitamin-C-Gehalt in 100 g rohem Nahrungsmittel

  • Kiwi: 100 mg
  • Sandornbeeren: 450 mg
  • Johannisbeeren: 189 mg
  • Apfelsinen: 50 mg
  • Erdbeeren: 62 mg
  • Äpfel: 4 mg
  • Zitronen: 53 mg
  • Papaya: 70 mg
  • Hagebutten: 1250 mg
  • Kartoffeln: 28 mg
  • Tomaten: 24 mg
  • Sauerkraut: 20 mg
  • Rosenkohl: 102 mg
  • Fenchelkraut: 93 mg
  • Paprika: 140 mg
  • Brokkoli: 110 mg