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„Du Pflaume!“

Von Mirabellen, Zwetschen und anderen Pflaumen

Die Pflaume ist eine alte Kulturpflanze, die schon früh von Asien aus ihren Weg nach Europa fand. In den Monaten August und September ist Hauptsaison für die leckeren Früchtchen.

„Du Pflaume!“ Warum ausgerechnet die Pflaume als einzige Obstart als Schimpfwort herhalten muss, ist nicht recht nachvollziehbar – versüßt sie uns doch den Spätsommer und erinnert uns in kälteren Monaten als Pflaumenmuß oder im Früchtebrot an sonnigere Zeiten. Hingegen lässt sich die Frage, ob es nun Zwetsche oder Zwetschge heißt, einfach klären: Der Duden führt als allgemeine Bezeichnung für diese Pflaumenart den Begriff Zwetsche. Im süddeutschen und schweizerischen Sprachraum sowie in der Fachsprache wird Zwetschge verwendet, im österreichischen Zwetschke.

Herkunft

Die Europäische Pflaume (prunus domestica) gehört zur Familie der Rosengewächse. Sie ist eine Kreuzung aus Schlehe und Kirschpflaume und wahrscheinlich in der Region zwischen Kaukasus und Altaigebirge entstanden. Schon früh gelangte sie über Syrien nach Griechenland und mit den Römern etwa 100 v.Chr. in die Gebiete nördlich der Alpen.

Pflaumen werden in allen Erdteilen kultiviert. China ist mit Abstand der größte Produzent, gefolgt von Deutschland, Serbien/Montenegro und Rumänien. Die Anbauschwerpunkte im deutschen Marktobstanbau liegen in Baden-Württemberg (50 Prozent), Rheinland-Pfalz (20 Prozent) und Bayern (7 Prozent). Allerdings stammen bei uns 85 bis 90 Prozent der gesamten Produktion aus dem Streuobst- und Hausgartenanbau.

Pflaume oder Zwetsche?

Pro Jahr essen die Deutschen durchschnittlich etwa 1,1 kg der (je nach Sorte) mit 50 bis 60 Kilokalorien pro 100g sehr energiearmen Frucht. Der allgemein übliche Sammelbegriff „Pflaume“ fasst eine Vielzahl von Sorten mit sehr variablen Eigenschaften hinsichtlich Größe, Farbe, Form, Steinlösbarkeit, Konsistenz, Saftgehalt, Aroma und Reifezeit zusammen. Deshalb hat man folgende Sortengruppen gebildet:

Pflaumen (Rund- und Eierpflaumen) sind rundliche bis ovale Früchte mit einer ausgeprägten Längsnaht und rundlich bauchigem Stein. Das Fruchtfleisch ist grünlich gelb bis goldgelb, weich, sehr saftig, süß und edel gewürzt, aber nicht immer steinlösend.

Zwetschen (Zwetschgen, Zwetschken, Quetsche) sind im Gegensatz zu Pflaumen länglichoval, etwas plattrund mit spitzem Ende. Sie sind meist ohne Furche mit nur schwacher Bauchnaht, überwiegend blauviolett, im Fruchtfleisch grüngelb, saftig, süß, aromatisch und steinlösend. Der Stein ist länglich, flach und beiderseits zugespitzt.

Große Artenvielfalt

Bei vielen Sorten ist die eindeutige Unterscheidung aber nicht möglich, da es sich um Kreuzungsprodukte zwischen Sorten beider Gruppen handelt.

Renekloden sind mittelgroß bis groß, rund mit Bauchnaht, grünlich, grünlich gelb, violett oder rotschalig. Das Fruchtfleisch ist fest, grün bis gelb, saftig, süß, sehr aromatisch, löst sich aber schlecht vom Stein.

Mirabellen sind klein und kugelrund, gelb bis goldgelb, sonnenseits oft rot punktiert. Das Fruchtfleisch ist fest, grünlich gelb bis orangegelb, süß, aromatisch und gut steinlösend.

Japanische Pflaumen (Susinen) sind groß, herzförmig bis rund, gelb, rot oder blauviolett bis schwarz gefärbt und haben ein gelbes bis rotes, sehr saftiges und süßes, mehr oder weniger aromatisches Fruchtfleisch, das sich meist nicht vom Stein löst.

Wissenswertes

Pflaumen gehören zwar zu den nachreifenden Früchten; zu früh geerntete Früchte mit Grüntönen in Haut und Fruchtfleisch erreichen jedoch nicht die optimale Reife und bleiben geschmacklich unbefriedigend. Die während des Wachstums auf der Haut gebildete Wachsschicht (Reif) ist ein natürlicher Schutz für die Frucht und hilft, die Haltbarkeit der Früchte zu verlängern.

Unter den europäischen Pflaumen haben Mirabellen den höchsten Zuckergehalt, und Renekloden liegen bei den Ballaststoffen vorne. Pflaumen reinigen zudem den Darm und helfen als mildes Abführmittel bei Verstopfung.

100g Pflaumen enthalten:

  • kcal: 47 - 48
  • kJoule: 197 - 206
  • Wasser: 84 - 86 g
  • Fett: 0,2 g
  • Kalium: 221 mg
  • Calcium: 14 mg
  • Magnesium: 10 mg
  • Vitamin C: 5 mg

(Text: Deutsches Grünes Kreuz & EU NWKRL 90/496/EWG; Bilder: Hemera PhotoObjects Deluxe – Oktober 2006)