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Thymian

Thymian – nicht nur in der Küche eine Bereicherung

Der Name dieser auch als römischer Quengel bekannten Heilpflanze leitet sich von dem griechischen Wort „thymos“ ab. Thymos bedeutet Mut und Kraft und kann sich durchaus als ein Hinweis auf die Heilwirkung der Pflanze verstehen.

Der Thymian, Thymus vulgaris, gehört zur Familie der Lippenblütlergewächse (Lamiaceae) und stammt aus dem Mittelmeerraum. Er ist ein mehrjähriges Kraut und wird bis zu 40 cm hoch. An seinen kleinen holzigen Ästen wachsen dunkelgrüne, spitze Blätter. Diese sehr aromatischen Blätter sind der Pflanzenteil, der meistens als Gewürz oder Arzneimittel verwendet wird. Seine weißen bis zartrosa Blüten verströmen im Sommer einen feinen Duft.

Es gibt unzählige unterschiedliche Thymianarten. Der Zitronenthymian hat zum Beispiel ein etwas pfefferiges Aroma, welches durch eine frische, zitronige Komponente besonders bereichert wird. Aus derselben Familie stammt auch der deutsche Quengel ab. Dieser wird zwar ebenfalls als Kraut genutzt, hat aber wesentlich weniger Aroma. Ihm fehlt die Sonne und Hitze zur wirklichen Entfaltung.

Thymian in der Geschichte

Im alten Ägypten spielte Thymian eine Rolle bei der Einbalsamierung. Sowohl die griechischen als auch die römischen Ärzte erkannten die kräftig stimulierende Wirkung des Krautes, das auch die damaligen Köche sehr zu schätzen wussten. Benediktinermönche sollen ihn nach Nordeuropa gebracht haben. Im Mittelalter wurde der Thymian zum Sinnbild der Kraft und des Mutes. Soldaten schmückten sich mit Thymiansträußen vor dem Kampf. Thymian widmete man nach Einführung des Christentums der Maria, bei den Germanen gehört das Kraut noch der Freya.

In der Küche

Gerade viele südeuropäische Gerichte sind ohne Thymian undenkbar. Er stellt den Hauptbestandteil fast jeder „Kräuter der Provence“-Würzmischung. Thymian wird in den Küchen gern zu schwereren, deftigen Speisen verwendet. Neben der angenehmen Würze regt er auch die Verdauung an, was gerade bei schweren Speisen als sehr angenehm empfunden wird. Geschmacklich verträgt er sich gut mit Basilikum, Lorbeer, Muskat, Rosmarin und Salbei. In Braten (insbesondere Lammfleisch), Fisch, Wild, Spaghettisoßen, Tomatensoßen, Gemüsesuppen, Salaten, Pilzgerichten, zu Hackfleisch, Eintöpfen und Kartoffelgerichten wird Thymian besonders geschätzt. Thymian sollte vor Feuchtigkeit und Licht geschützt in dicht schließenden Glas- oder Metallbehältern aufbewahrt werden.

Seine Heilkräfte

Thymian wird besonders bei der Behandlung von Atemwegserkrankungen eingesetzt. Sein hoher Gehalt an ätherischen Ölen wirkt bei akuten sowie chronischen Erkrankungen der Bronchien und sogar bei Keuchhusten sekretionssteigernd und erleichtert das Atmen. Dank des Thymols wirkt er krampflösend und beruhigend auf die Bronchien. Aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung wird Thymian auch als Gurgelmittel bei Entzündungen des Mund- und Rachenraumes eingesetzt. Er kann auch als hautreizendes Mittel zum Einreiben oder als Badezusatz verwendet werden.

Für die innerliche Anwendung ist vor allem der Aufguss als Tee gebräuchlich. Dazu wird ein Teelöffel mit 150 ml siedendem Wasser übergossen und nach 10 bis 15 Minuten durch ein Teesieb abgeseiht. Als Badezusatz geben Sie eine Hand voll Thymian ins Wasser. Baden Sie nicht länger als 15 Minuten und halten Sie dann unbedingt eine Stunde Ruhezeit ein. Der Thymian kann auch vorher in ein Beutelchen gefüllt werden, um nicht direkt in den Krümeln zu liegen. Dieses Bad hilft gegen Schnupfen und Erkältung, fördert bei Husten und Bronchitis den Auswurf und trägt zur Regeneration bei körperlicher Erschöpfung und Gliederschmerzen bei.

(Bild: Hemera, PhotoObjects Deluxe)