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Verätzungen

Erste Hilfe bei Verätzungen

Als Verätzungen werden Gewebezerstörungen bezeichnet, die durch die Einwirkung von Säuren oder Laugen entstehen. Betroffen sind, je nach Verletzungsweg, der Mund, der Verdauungstrakt, die Augen oder die Haut.

Im ersten Moment fragt man sich sicher: „Was interessieren mich Verätzungen, ich habe doch kein Chemielabor zu Hause?“ Doch viele Reinigungsmittel im Haushalt enthalten starke Säuren oder Laugen. Es passiert nicht selten, dass aus Versehen ein Schluck genommen wird oder etwas in die Augen spritzt.

Welche Gefahren bestehen?

Die Gefahr richtet sich ganz nach der Stärke, der Konzentration und der Menge der Säure oder Lauge und dem Ort der Einwirkung auf den Körper. Als Faustregel kann man sich aber merken, dass Laugen eine gefährlichere Wirkung auf den menschlichen Körper haben als Säuren. Laugen führen nämlich eher zu einer Gewebeverflüssigung.

Bei Hautkontakt kommt es meist zu einer schmerzhaften Rötung der Haut. Nur selten wird tiefer liegendes Gewebe, wie Muskeln oder Knochen, mit angegriffen. Bei Kontakt mit den Augen kommt es sehr leicht zur Erblindung. Werden Säuren oder Laugen verschluckt, kann es leicht zur Perforation der Verdauungsorgane kommen. Deshalb besteht akute Lebensgefahr. Außerdem enthalten Haushaltsreiniger oft noch andere giftige Stoffe.

Was können Sie bei Verätzungen tun?

Grundlage fast aller Hilfsmaßnahmen ist die frühzeitige Verdünnung der schädlichen Substanz mit Wasser, Sprudel oder anderen gerade griffbereiten, ungiftigen Flüssigkeiten. Je schneller die Verdünnung erfolgt, umso geringer ist der Gewebeschaden. Wenn Ihr Wasserhahn nicht funktioniert und nur Cola im Haus ist, dann nehmen Sie halt Cola. Wichtig ist nur, dass es schnell passiert.

Erste Hilfe auf einen Blick

Schützen Sie sich selbst, und kommen Sie nicht mit dem ätzenden Stoff in Berührung!

Bei Augenverätzungen:

  • Augen unter laufendem Wasser spülen.
  • Notarzt rufen

Bei Hautkontakt:

  • Entfernen Sie vorsichtig die Kleidung über dem betroffenen Körperbereich!
  • Spülen Sie die Haut mit fließendem Wasser ab. Decken Sie Wunden dann steril ab.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Bewusstsein, Atmung und Puls.
  • Rufen Sie den Notarzt.

Verätzungen im Mund oder Verdauungstrakt:

  • Geben Sie dem Verletzten Flüssigkeit (Wasser, Tee) zu trinken, damit der ätzende Stoff verdünnt wird.
  • Lassen Sie ihn auf keinen Fall erbrechen, da der ätzende Stoff sonst zweimal einwirken kann.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Bewusstsein, Atmung und Puls.
  • Veranlassen Sie den Notruf.
  • Bewahren Sie Reste des ätzenden Stoffes auf und geben Sie diese mit in die Klinik.