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Fraktur

Was tun bei gebrochenen Knochen?

Um bei gebrochenen Knochen erste Hilfe leisten zu können, muss man die Fraktur, den Knochenbruch, zunächst einmal erkennen. Anzeichen für eine Fraktur sind ein „knackendes“ Geräusch zur Zeit des Unfalls oder die Unfähigkeit, sich zu bewegen oder Gewicht auf die betreffende Stelle zu verlagern.

Mit Sicherheit kann man von einem Bruch ausgehen, wenn der betroffene Körperteil eine abnorme Stellung hat oder sich in Richtungen bewegen lässt, die sonst nicht möglich wären. Auch wenn Knochensplitter durch die Haut zu sehen sind oder diese sogar durchspießt ist, darf man gewöhnlich davon ausgehen, dass der entsprechende Knochen gebrochen ist.

Wegen der heftigen Schmerzen und der Gefahr, Nerven oder Gefäße zu verletzen, sollte man die abnorme Beweglichkeit nicht überprüfen. Die meisten Knochenbrüche sieht man aber nur im Röntgenbild.

Was ist daran so gefährlich?

Zwar entstehen nicht bei jedem Knochenbruch scharfe Kanten, doch oft ist das umgebende Gewebe mitverletzt. Auch wenn keine Blutung zu sehen ist, besteht die Gefahr eines so genannten Volumenmangelschocks. Dabei führen Verletzungen von Arterien zu verdeckten Blutungen, die so groß sein können, dass nicht mehr genug Blut im Kreislauf zur Verfügung steht.

In den Oberschenkel passen leicht zwei Liter und in das Becken bis zu fünf Liter. Zum Vergleich sei angemerkt, dass die meisten Menschen nur ca. fünf Liter Blut besitzen. Außerdem kann es durch Nervenverletzungen zu Lähmungen kommen. Bei Rippenbrüchen besteht die Gefahr der Durchspießung von inneren Organen.

Wie leistet man erste Hilfe?

Der Bruch sollte so wenig wie möglich bewegt werden, um nachträgliche Gefäß- oder Nervenverletzungen zu vermeiden. Ein Arzt oder eine Unfallambulanz muss, je nach Begleitverletzungen, schnell aufgesucht bzw. ein Notarzt gerufen werden. Erst das Röntgenbild zeigt das tatsächliche Ausmaß der Verletzung.

Zum Transport kann der verletzte Körperteil geschient werden. Das kann mit allen möglichen Gegenständen geschehen. Gut geeignet ist ein Brett oder breiter Stock. Unterlegen Sie zuerst die verletzte Stelle mit einem weichen Tuch, um die Haut zu schützen. Sichern Sie die Schiene fest mit Rollgaze, einem Schal, einer Krawatte oder etwas Ähnlichem. Achten Sie aber darauf, dass der Schienenverband nicht durch zu festen Sitz die Blutzirkulation beeinträchtigt.

Nur bei sehr starken Blutungen muss stärkerer Druck direkt auf die Blutung ausgeübt werden. Wichtig ist es, die beiden angrenzenden Gelenke mit zu erfassen, um die Verletzung zu immobilisieren.

Zusätzlich sollte mit Eis oder Leitungswasser gekühlt und das Ganze hoch gelagert werden, um das Anschwellen zu verringern. Sollte ein Knochen aus der Haut herausragen, legen Sie auf keinen Fall Eis auf die Wunde. Bedecken Sie diese stattdessen mit einem sauberen Tuch oder steriler Gaze.